Nach dem höchst erfolgreichen Freilichttheaterstück «Emmetfeld – Vom Müselifräuli und de Franzose» im Sommer 2016 wagt sich der Tellspielverein Hägglingen 2021 an eine neue Produktion. Die Generalversammlung des Vereins beschloss einstimmig, dass die Zeit nun reif ist für eine neue Eigeninszenierung. Allerdings soll diesmal der Produktionsaufwand ein wenig kleiner werden, sagte Vorstandsmitglied Pius Schöpfer an der Generalversammlung. «Es wäre schön, wenn wir möglichst alle Rollen an Hägglingerinnen und Hägglinger vergeben könnten.»

Im Hippie-Musical-Zeitalter

Gespielt wird diesmal nicht beim Forsthaus, sondern mitten im Dorf. Das neue Stück, das noch keinen Namen hat, wird vom Wohler Journalisten und Autoren Jörg Meier geschrieben, der unter anderem durch seine Kolumnen «Meiereien» in der Aargauer Zeitung weitherum bekannt ist. Die Regie führt wiederum der ebenfalls in Wohlen aufgewachsene Adrian Meyer, und auch der Stefan Hegi als bekannter Bühnenbauer ist wieder mit von der Partie, genauso wie Pius Schöpfer, der die Produktionsleitung übernimmt. Ein grobes Budget steht; eine Reihe von Sponsoren haben ihre Unterstützung bereits zugesagt.

Geplant ist ein Fabrik-Theater. Das Stück spielt in den 70er-Jahren des vorigen Jahrhunderts. Es war die Zeit, als Bundesrat Gnägi Ehrengast an der Maiengrünrundfahrt war, das Hippie-Musical «Hair» für Empörung sorgte und die Polaroid-Kamera die Leute begeisterte. Das Stück handelt von einem Familienunternehmen, das schwierige Zeiten durchmachen muss und dank der aussergewöhnlichen Belegschaft die meisten Schwierigkeiten meistert. Spielort ist ein Fabrikgelände mitten im Dorf.

Aus Hägglingen für Hägglingen

Die von 36 Mitgliedern besuchte Generalversammlung bestätigte den Vorstand mit Robert Frauchiger als Präsident einstimmig. Zudem wurde darüber informiert, dass der Verein sich finanziell an der Sanierung des Maiengrünturmes beteiligen möchte. Dafür wurde der symbolische Kauf einer Treppenstufe für 1000 Franken beschlossen. Unterstützt haben die Mitglieder ausserdem den Musikverein Concordia bei dessen Neuuniformierung: Der Tellspielverein übernahm die Kosten für eine Uniform.

1950 ist der Verein in erster Linie gegründet worden, um «Wilhelm Tell» von Friedrich Schiller aufzuführen. Noch mehr als das sollte jedoch die traditionelle Theaterkunst in Hägglingen gepflegt werden. Schon 2016 ist man jedoch vom Thema Tell abgewichen. Und auch das neue Stück hat nichts mehr mit Schillers Texten zu tun. Was geblieben ist, ist allerdings die Liebe der Hägglinger zum Theaterspielen.