Hägglingen

Aussichtsturm-Sanierung: Die Ortsbürger nehmen das Geschenk an

Der Maiengrünturm gehört künftig den Hägglinger Ortsbürgern.

Der Maiengrünturm gehört künftig den Hägglinger Ortsbürgern.

Die Sanierung und den Unterhalt des Aussichtsturms in Hägglingen will man über den Trägerverein finanzieren.

Die Hägglinger Ortsbürger haben an der Gemeindeversammlung vom Donnerstag ein Geschenk angenommen: Der Maiengrünturm soll künftig ihnen gehören. Die Erbengemeinschaft Gottfried Geissmann tritt das 1929 erbaute, 36 Meter hohe Hägglinger Wahrzeichen gratis ab, weil die Nachkommen am Turm kein Interesse haben.

Trägerverein vor der Gründung

Die Übernahme ist mit einer Auflage verbunden: Die nötige Sanierung sowie der spätere Unterhalt des Turms dürfen die Ortsbürgergemeinde finanziell nicht belasten. Geplant ist jetzt, einen Trägerverein zu gründen, dessen Präsidium Gemeindeammann Urs Bosisio übernehmen wird und der mit verschiedenen Aktionen und Sponsoring vorab die Kosten für die Sanierung aufbringen soll. Wenn die Finanzierung nicht bis zum 30. Juni 2019 sichergestellt ist, kann die Ortsbürgergemeinde vom Schenkungsvertrag zurücktreten.

An der Versammlung wurde das Thema kontrovers diskutiert. Unter anderem beschäftigte die Anwesenden die Frage, was mit dem Turm passiere, wenn er in 20 oder 30 Jahren erneut saniert würde müsse, der Trägerverein das Geld dafür jedoch nicht aufbringen könne und, ob dann die Ortsbürgergemeinde zur Kasse käme. Trotz der Vorbehalte gab es jedoch eine klare Mehrheit für die Schenkung.

Baurecht für Senevita AG

Ein weiteres emotionales Thema an der Ortsbürgergmeind war die Übertragung des Baurechtsvertrages für das Hägglinger Seniorehuus an die Senevita AG. Das Altersheim wird bekanntlich an diese Organisation verkauft, das hat der Trägerverein vor zwei Wochen beschlossen (AZ vom 14. Juni). Das Baurecht haben die Ortsbürger in den vergangenen 50 Jahren kostenlos gewährt. Von der Senevita AG sollen sie jetzt für die nächsten 50 Jahre eine halbe Million Franken bekommen.

Die Diskussion zu diesem Sachgeschäft wurde rege benutzt und verschiedene Fragen dazu gestellt. Ein Thema war die Verteilung des Verkaufserlöses von 14 Mio. Franken. Dieser wird zur Hauptsache für die Ablösung der Hypotheken eingesetzt, Geld geht aber auch an die Gemeinde, den Trägerverein und eine neue Stiftung. Die Ortsbürger möchten von dem Geld auch etwas erhalten, als Abgeltung für das bisher gewährte Baurecht. Der Gemeinderat wird das Anliegen prüfen.

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