Eigeninszenierung

Bärtige Hexen und Männer in Röcken beim Kellertheater Bremgarten

Dynamisch und wortgewaltig: «Macbeth» wird im Kellertheater Bremgarten geprobt.

Dynamisch und wortgewaltig: «Macbeth» wird im Kellertheater Bremgarten geprobt.

Das Kellertheater Bremgarten bringt in seiner 54. Spielzeit als Eigeninszenierung William Shakespeares Drama «Macbeth» auf die Bühne.

Auf dem Stück lastet ein Fluch - es bringt Unglück, den Titel vor der Premiere auszusprechen, so ein alter Theateraberglaube. Doch das Kellertheater Bremgarten wagt sich trotzdem an Shakespeares «Macbeth». Mit einem Augenzwinkern heisst es beim Ensemble: «Nänne mer’s eifach s schottische Stück...»

Die ganze Kraft von Körper, Stimme, Wort und Musik

Bei der Aufführung mit Premiere am 22. Februar handelt es sich um die Eigeninszenierung in der 54. Spielzeit des Kellertheaters in einer Übersetzung, Bearbeitung und Inszenierung von Simon Ledermann. Der Regisseur und Autor ist am Kellertheater kein Unbekannter, er hat dort bereits einige Stücke inszeniert. «Mit unserer Mundartfassung, mit der ganzen Kraft von Körper, Stimme, Wort und Musik, wollen wir das Publikum in die Welt von Shakespeare entführen und unternehmen dabei den Versuch, uns gegen den immer gleichen Verlauf dieser jahrhundertealten Geschichte zu stemmen», betont Ledermann, in dessen Mundartfassung bärtige Hexen und Männer in Röcken vorkommen. «In unserer Version verwischen Geschlechtergrenzen, denn zur Zeit Shakespeares wurden im elisabethanischen Theater die Frauenrollen von Männern gespielt.» Hinzu kommt, dass «Macbeth» in Schottland spielt, wo Männer sowieso Röcke tragen.

Erzählt wird das Leben von Macbeth (Urs Albrecht) und seiner Gattin, Lady Macbeth (Anja Betschart), beide erfüllt von grenzenloser Gier nach Macht. Das Paar schreckt vor nichts zurück und räumt alle Zweifel, Skrupel und Gegner aus dem Weg, auf dass die Prophezeiung der Hexen wahr werde. Denn eine Schar Hexen bildet den theatralischen Auftakt des Stücks, schliesslich spielt «Macbeth» in einer Zeit voller Zauber und Magie. Untermalt wird die Szenerie durch erdig vorgetragene Musik von Severin Bossart (Schlagzeug), Hans Gläser (Saxofon), Valentin Geissmann (Bass) und Irene Kirchmeier (Gesang).

Handlung nimmt Fahrt auf und wird zum Thriller

Bei der Präsentation der Inszenierung schildert Simon Ledermann im Kellertheater, dass William Shakespeare das Stück in einer mystischen Welt mit Hexen und Wikingern angesiedelt habe. Das Spezielle an der Mundartversion sei die Einführung eines Erzählers (Hans Jörg Gygli). Dadurch nehme die Handlung Fahrt auf und werde zum echten Thriller. «Es bräuchte gar kein Bühnenbild, die Sprache belebt alles. Dennoch sind die Figuren da und im Gesamtgerüst erhalten geblieben», stellt Ledermann fest.

Sowieso werde den Aufführenden die nötige Dynamik durch die Choreografie von Mariana Coviello verliehen, die ebenfalls schon in früheren Kellertheaterproduktionen mitgewirkt hat. «Mit Choreografie meinen viele Leute immer ein Tanzgrüppchen. Dabei ist es wie ein Fenster, das noch dazukommt: Figuren werden mit dem Körper dargestellt – es ist nicht immer nur Tanz und bildet einen Teil im ganzen Mosaik», führt die Tänzerin und Choreografin während der Probe aus.

Macbeth Premiere: Samstag, 22. Februar, 20.15 Uhr. Vorstellungen 28., 29. Februar, 6., 7., 13., 14., 15., 18., 20., 21., 25., 27., 28. März im Kellertheater Bremgarten. Infos online unter www.kellertheater-bremgarten.ch

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