Bahnhof Wohlen
Bahn frei für die neue Freiämter ÖV-Drehscheibe - der Freiverlad wird verlegt

Die Planungsarbeiten am Wohler Bahnhof sind einen Schritt weiter: Die Gemeinde unterzeichnete eine Rahmenvereinbarung, die vorsieht, dass der Freiverlad zur Umspannungsanlage Dottikon auf Villmerger Boden zieht und die Endstation des Aargauer Verkehr näher an die SBB Geleise rückt.

Nathalie Wolgensinger
Drucken
Teilen
Blick auf den Bahnhof Wohlen mit dem Freiverlad und Güterschuppen.

Blick auf den Bahnhof Wohlen mit dem Freiverlad und Güterschuppen.

Aargauer Zeitung

«Das ist ein Meilenstein und zugleich ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Drehscheibe Bahnhof Wohlen», freute sich Gemeindeammann Arsène Perroud. Gemeinsam mit Marco Lombardi von der Abteilung Verkehr des Kantons Aargau konnte er gestern zur Pressekonferenz laden.

Das Thema ist nicht neu und beschäftigt die Gemeinde seit geraumer Zeit. Dies ist nicht weiter verwunderlich, sind doch mit dem Kanton, dem Bund, Aargau Verkehr und den SBB gleich mehrere Player beteiligt, die sich einig werden müssen. Mit der Unterzeichnung einer Rahmenvereinbarung und der Absichtserklärung zur Finanzierung wurde nun ein erster Meilenstein erreicht. Ziel der Planung ist es, die Pendlerströme und den Verkehr beim Bahnhof Wohlen zu entflechten.

Der Freiverlad soll nach Dottikon umziehen

Kernstück der unterzeichneten Absichtserklärung ist die Verlegung des Freiverlades. Dieser befindet sich noch beim Güterschuppen und wird unter anderem im Herbst von Landwirten der Region angesteuert, um die Zuckerrüben auf Bahnwaggons zu verladen. Im Durchschnitt sind es gegen dreissig Lastwagen, die täglich ihre Ware beim Schuppen auf die Bahn verladen. «Diese Lastwagen bringen Mehrverkehr in das Dorf», so Perroud. Hinzu kommt, dass sich die Endstation der Aargau Verkehr ebenfalls an dieser Strasse befindet. Die Passagiere müssen sie überqueren, um zu den Anschlusszügen der SBB zu gelangen. Das sorgt regelmässig für brenzlige Situationen.

«Es war ein langer Prozess. Jetzt stehen wir an einem strategisch wichtigen Punkt», beschrieb Marco Lombardi die langwierige Suche nach einem alternativen Standort. Der Freiverlad soll bei der Umspannungsanlage in Dottikon realisiert werden. Die Erschliessung erfolgt vom Villmerger Industriegebiet Allmend her. Es sei angedacht, dass man dazu einen Feldweg verbreitert und die Zufahrt via Bahnunterführung nutzt, so Lombardi.

Arealentwicklung mit Einschränkungen

Damit schafft man Platz für die Weiterentwicklung des Bahnhofareals. In deren Zentrum steht die Verlegung der Endstation von Aargau Verkehr. «Diese soll in den Bereich des Güterschuppens zu stehen kommen», so Perroud. Das ermöglicht den Passagieren ein einfaches Umsteigen auf die Anschlusszüge der SBB. Die Verlegung ist bitter nötig, die Haltestelle entspricht nicht mehr den Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes. Um den Zugang für die Passagiere zusätzlich zu erleichtern, ist vorgesehen, die Zugänglichkeit der Personenunterführung Ost ebenfalls zu verbessern. Den Platz der Endstation, unterhalb der reformierten Kirche, soll der Öffentlickeit zur Verfügung stehen.

Durch den Wegzug des Freiverlades wird Land frei, das den SBB für die Arealentwicklung zur Verfügung steht. Denkbar sei, dass Gewerbe- und Praxisräume realisiert werden könnten, so Lombardi. Der Höhe der Gebäude seien aber Grenzen gesetzt. Der Denkmalschutz verlangt, dass die freie Sicht auf das ehemalige Verwaltungsgebäude der Georges Meyer und die reformierte Kirche gewährt bleibt.

Einen wichtigen Schritt weitergekommen

Noch muss man sich gedulden, bis die Züge der Aargau Verkehr im Bahnhof Wohlen integriert und der Freiverlad in Villmergen realisiert ist. Mit der Unterzeichnung einer Rahmenvereinbarung und der Absichtserklärung zur Finanzierung der Verlegung des Freiverlades ist man einen wichtigen Schritt weitergekommen.

Bis 2027 oder 2028 soll die Verlegung der Endstation und 2025 jene des Freiverlads realisiert sein. Die Kosten für die Gemeinde Wohlen schätzt man auf «einen einstelligen Millionenbereich», so Perroud. Dem Einwohnerrat werde vermutlich im Frühling des kommenden Jahres ein entsprechender Projektierungskredit unterbreitet.

«Wir haben jahrelang darauf hingearbeitet, dass Wohlen zur einer Drehscheibe für den öffentlichen Verkehr wird. Nun befinden wir uns auf einem sehr guten Weg, diesem Anspruch gerecht zu werden», freute sich Lombardi. Komplettiert werde das Angebot mit dem Busbahnhof, dessen Realisierung und Eröffnung im Herbst 2021 sich auch auf gutem Wege befindet.

Aktuelle Nachrichten