Wohlen

Barfuss für die Umwelt: Die Projekttage bringen den Schülern die Natur näher

Die Projekttage der Halde kommen den Bienen zugute.

Auf dem Pausenplatz der Primarschule Halde herrscht Hochbetrieb. Am Boden und an insgesamt 20 Pflanzkästen entsteht ein Kunstwerk nach dem anderen. Lisa und ihre beiden Freundinnen sitzen konzentriert vor ihrem Meisterwerk. Ein Einhorn soll es werden. Die 11-Jährige argumentiert: «Einhörner sind im Trend. Es gibt T-Shirts mit Einhörnern und sogar Einhorn-Joghurt.» Nach einer erneuten Begutachtung ihrer Arbeit ergänzt sie: «Jeder, der es anschaut, soll ein wenig lächeln müssen, das wäre schön.»

Leuten ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern ist nicht nur etwas Schönes, sondern auch Sinn und Zweck der alljährlichen Projekttage «Spiel und Spass» der Primarschule Halde. Dass rund 175 Schülerinnen und Schüler ohne Probleme gemeinsam auf dem Pausenplatz spielen können, sei nicht selbstverständlich: «Früher war der Pausenplatz ein Parkplatz», erzählt Lehrerin Akoja Ludl. Jetzt, wo er für Fahrzeuge gesperrt ist, wolle die Schule zeigen, wie sehr sie sich darüber freut.

Eine Projektwoche für Bienen

Die Klassengärten sollen aber auch der Umwelt etwas bringen. Deshalb werden alle Pflanzkästen von den Schülern mit Bienenpflanzen, die von Coop kostenlos zur Verfügung gestellt wurden, ausgestattet. Das Projekt ist also langfristig. Das sollen auch die Schülerinnen und Schüler wissen: «Ich sage den Kindern immer, dass sie das, was sie hier machen, auch als Erwachsene noch sehen werden.» Seit letzem Jahr nimmt die Schule zudem offiziell am Wettbewerb der Organisation «ProBienen» teil.

Ein Nebeneffekt der Projektwoche ist, dass die Kinder naturbezogener werden. Das sei eine Verantwortung, die die Schule nicht vernachlässigen dürfe, findet Ludl. «Statt an ihren Handys zu sitzen, stampfen sie barfuss in der Erde herum und schaufeln sie in die Pflanzkästen. Wenn sie dabei einen Regenwurm finden, halten sie ihn fasziniert in der Hand. Das ist schön anzusehen», findet die Lehrerin.

Nicht nur Maler sind aktiv

Auf der anderen Seite des Pausenplatzes liegen einige Kinder am Boden. Von ihren Mitschülern werden sie mit Kreide umrahmt. «Jemand legt sich auf den Boden, zwei weitere markieren den Umriss. Danach malen wir die Figur aus», erklärt die 7-jährige Madleina mit einem Strahlen in den Augen. Doch auf dem Pausenplatz wird nicht nur gemalt: James (11) schraubt verschieden grosse Holzplättchen in allen möglichen Formen auf eine Seite eines Pflanzkastens. Das dabei entstandene Muster erinnert an ein Puzzle. Die Arbeit macht ihm sichtlich Spass, wie sein breites Lächeln verrät.

Die Kinder sind motiviert. Die Kombination von «Spiel und Spass» und Umweltpflege scheint gut anzukommen. Die angepflanzten Kräuter, Blumen und Gemüse können sie später auch ernten. Das Projekt kommt also Mensch und Tier zugute. Die Arbeit der Schüler mit den grünen Daumen wird man noch lange bewundern können – was sicherlich nicht nur die Eltern und die Kinder selber, sondern auch die eine oder andere Biene freut.

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