Bremgarten

Bei 40'000 Flaschen im Weinlager ist das Inventar Chefsache

Das Firmentreffen 2018 wurde umrahmt von Reben und edlen Tropfen.

Das Firmentreffen 2018 wurde umrahmt von Reben und edlen Tropfen.

Patrik Nauer zeigt, wie man Schweizer Wein produzieren und doch auf dem internationalen Markt mithalten kann: Bei ihm läuft fast alles automatisch.

«Handwerk hat in der Schweiz nur dann eine Berechtigung, wenn es die Qualität steigert oder einfach nicht anders machbar ist. Sonst kann man gleich vergessen, auf dem internationalen Markt mithalten zu können.» Die Ansichten von Weinproduzent Patrik Nauer, der bereits in der vierten Generation die Firma Nauer Weine Bremgarten führt, sind hart. Doch ihm liegen die guten Schweizer Weine am Herzen, das erkannten die Bremgarter Gwerbler, die am Mittwoch von ihm durch seine Weinkellereien geführt wurden. Und ihm liegt auch das Handwerk am Herzen, denn vor allem die ganz edlen Tropfen brauchen viel Zuwendung.

Es passte gut, dass das diesjährige Firmentreffen der Stadt hier stattfand. Denn Nauer Weine feiern nicht nur ihren 125. Geburtstag, hier ist auch der Ort, wo der Bremgarter Stadtwein, der Stadtberger, produziert wird. Stadtammann Raimond Tellenbach betonte, wie viel die Gewerbe der Stadt bringen und wie wichtig sie seien. Das ist auch der Grund, weshalb der Stadtrat sie jährlich zum Firmentreffen einlädt.

Eine bis 40'000 Flaschen

Zurück zu den Weinen: Nauer hat zwei Standbeine. «Unser Herzstück ist die Weinproduktion. Aber in unserem Handelshaus verkaufen wir auch viele Weine, wobei unser Schwerpunkt auf Schweizer und europäischen Produkten liegt.» Im vierstöckigen Gebäude, das von aussen dank der pittoresken Reben viel kleiner wirkt als innen, lagern auf zwei Etagen rund 1250 verschiedene Weinsorten bei konstanten 14 bis 17 Grad. «Dabei gehen die Chargen von einer bis 40'000 Flaschen.» Da sei das Inventar Chefsache, hält er schmunzelnd fest. Im Parterre befinden sich Vinothek und Abfüllanlage, die je nach Flaschengrösse bis zu 2500 Stück pro Stunde wäscht, abfüllt, verschliesst, etikettiert und in Schachteln verpackt. Sie muss von höchstens zwei der 35 Mitarbeiter überwacht werden.

Im Keller ist das Nauersche Herzstück: Die Metalltanks und Eichenfässer, wo die Weine reifen. «In den Fässern verlieren wir jährlich rund 7 Prozent Inhalt. Nicht, weil wir Diebe hätten, sondern, weil sie verdunsten.» Die Gwerbler merkten, wie sehr Nauers ihre edlen Tropfen am Herzen liegen. Überrascht wurden viele am Ende von der Stadtberger-Degustation, denn die verschiedenen Varianten passen mittlerweile zu jeder Gelegenheit.

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