Beisetzung
Nach dem Tod von Erzherzogin Margherita: Der König von Belgien und Fürst Hans Adam von Liechtenstein sind unter den Trauergästen in Muri

Rund 120 Gäste nahmen heute Vormittag an der Abdankungsfeier von Erzherzogin Margherita in der Murianer Klosterkirche teil. Nebst dem König von Belgien, Philippe, reiste auch Fürst Hans Adam von Liechtenstein nach Muri. Die Beisetzung in der Loretokappelle fand im engsten Familienkreis statt.

Nathalie Wolgensinger
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König Philippe von Belgien (L) und Prinz Lorenz von Belgien (R) treffen zur Abdankungsfeier in der Klosterkirche von Muri ein.
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(Von links) König Philippe von Belgien, Prinz Lorenz von Belgien, Prinzessin Astrid von Belgien und Maria Beatrice Gräfin von und zu Arco-Zinneberg.
Fürst Hans-Adam II. von Liechtenstein (L) und sein Sohn und Thronfolger Erbprinz Alois (2vL).
König Philippe von Belgien (R) und Prinzessin Astrid von Belgien (2vR) im Gespräch mit Trauergästen
Fürst Hans-Adam II. von Liechtenstein (M) und sein Sohn und Thronfolger Erbprinz Alois (R) nach der Abdankungsfeier.
Jüngere Trauergäste finden sich zur Abdankungsfeier in der Klosterkirche von Muri ein.

König Philippe von Belgien (L) und Prinz Lorenz von Belgien (R) treffen zur Abdankungsfeier in der Klosterkirche von Muri ein.

Henry Muchenberger

Erzherzogin Margherita von Österreich-Este starb am 10. Januar im Alter von fast 92 Jahren in Basel. Margherita kam als Prinzessin von Savoyen-Aosta am 7. April 1930 in Neapel zur Welt. 1953 wurde sie durch die Heirat mit Robert, dem zweitältesten Sohn des österreichischen Kaisers Karl I., zur Erzherzogin von Österreich.

Zur ihrer Trauerfeier in der Murianer Klosterkirche, die von Pater Peter Stuefer, dem Administrator von Muri Gries gehalten wurde, reisten rund 150 royale Gäste aus Belgien, Deutschland und Italien an. Mit Philippe von Belgien fand sich ein gekröntes Haupt unter der Gästeschar. Der 62-Jährige nahm an der Trauerfeier teil. Die belgische Königsfamilie ist eng verbunden mit der Verstorbenen. Margheritas ältester Sohn, der 66-Jährige Lorenz von Habsburg-Lothringen, ist mit der belgischen Prinzessin Astrid verheiratet. Diese wiederum ist die Schwester des amtierenden Königs.

Hier treffen König Philippe und sein Bruder Lorenz in der Klosterkirche in Muri ein.

Nathalie Wolgensinger

Die Beisetzung fand im engsten Familienkreis statt

Erzherzogin Margherita führte ein wechselvolles Leben. Die Tochter von Amedeo von Savoyen-Aosta und Prinzessin Anne von Frankreich verbrachte ihre ersten Lebensjahre in Triest. 1938 folgte die Familie dem Vater nach Äthiopien, wo dieser zum Vizekönig ernannt wurde. Später kehrte Margherita mit ihrer Schwester zurück nach Italien, ihren Vater sah sie nie mehr, er starb 1942 in Kriegsgefangenschaft.

Erzherzogin Margherita van Savoyen-Aosta, der Erzherzog Martin von Österreich und Erzherzogin Katharina bei der Hochzeit des Prinzen von Belgien, Amedeo, mit Lili Rosboch 2014 in Rom.

Erzherzogin Margherita van Savoyen-Aosta, der Erzherzog Martin von Österreich und Erzherzogin Katharina bei der Hochzeit des Prinzen von Belgien, Amedeo, mit Lili Rosboch 2014 in Rom.

Patrick van Katwijk/DPA

1944 wurde Margherita gemeinsam mit ihrer Schwester und Mutter von der Gestapo verhaftet und deportiert. Nach Kriegsende lebte die Familie in Italien. Margherita studierte an der Ecole du Louvre Kunstgeschichte und spezialisierte sich auf Ägyptologie. 1953 heiratete sie Erzherzog Robert von Österreich-Este, Sohn des Kaiser Karl I von Österreich und Kaiserin Zita.

Wie ihr Gatte wurde auch Erzherzogin Margherita in der Loretokappelle beigesetzt. Damit setzt sich die Tradition der Familie fort: In der Kappelle befinden sich bereits die sterblichen Überreste von acht weiteren Vertreten des Hauses Habsburg, die dort ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Zuletzt war dies Felix Friedrich (1916-2011). Nach der Beisetzung, die im engsten Familienkreis stattfand, dislozierte die Trauergemeinde ins benachbarte Restaurant Caspar.

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