Dottikon

Besichtigung in Santoro-Villa enttäuscht: «3,25 Millionen zahlt niemand»

Santoro-Villa unter dem Hammer

Santoro-Villa unter dem Hammer

Das Anwesen des mutmasslichen Millionenbetrügers in Dottikon wird versteigert. Interessenten und Gwundrige konnten die Immobilie am Mittwoch begutachten.

Nach der Leasingpleite der SAR Premium Cars AG von Riccardo Santoro wird das Anwesen des Promi-Garagisten in Dottikon versteigert. Am Mittwoch war Besichtigung. «3,25 Millionen Franken zahlt niemand», sagte ein Immobilienhändler nach dem Rundgang.

Drei Frauen und drei Männer warteten am Mittwochnachmittag auf dem Trottoir der Dottiker Ammerswilerstrasse. Das Betreibungsamt hatte für 15.30 Uhr zur Besichtigung geladen. Das Objekt: Die Villa von Riccardo Santoro. Der Promi-Autohändler hatte in der Nachbargemeinde Dintikon Luxus-Karossen zu unschlagbaren Leasing-Konditionen vermittelt – bis seine SAR Premium Cars AG 2011 spektakulär kollabierte. Seither ermittelt die Staatsanwaltschaft. Santoro lebt heute in Chiasso.

Am 21. Februar wird nun Riccardo Santoros Villa im Dottiker Gemeindehaus versteigert; dies auf Begehren der Aargauischen Kantonalbank (AKB) als Gläubigerin. Das Betreibungsamt schätzt das Anwesen auf 3,25 Millionen Franken – ein ziemlich hoher Preis, denn die luxuriöse Villa passt laut dem Schätzungsexperten des Betreibungsamtes nicht in das Wohnquartier mit den vielen einfachen Einfamilienhäusern und den alten Wohnblöcken. Sein Urteil: Verkäuflichkeit schwierig.

«Aussen super, innen enttäuschend»

Das zeigte sich beim Besichtigungstermin. Die Mehrheit der sechs Teilnehmer kam aus reiner Neugier. «Mich interessiert es, wie die Villa von innen aussieht», sagte eine Nachbarin vor der Besichtigung. «Vielleicht gibt mir das auch neue Ideen für die Einrichtung meines eigenen Hauses.»

Konkrete Fragen zur Liegenschaft stellten dann nur wenige, als sich um 15.30 Uhr das Tor mit dem grossen Stier wie von Zauberhand öffnete und die Gruppe das Haus betrat. Die Schuhe wurden ausgezogen, der derzeitige Mieter führte durch die Räume. Der erste Eindruck: Die Villa ist luxuriös. Alle Böden sind aus Marmor, sogar der Heizungsraum. Es gibt eine Tiefgarage mit vier Plätzen, einen Pool und eine Sauna. Und einen schönen Weinkeller. Dafür hatte Santoro schätzungsweise über vier Millionen Franken investiert.

(Archiv)

So sah das Anwesen im Jahr 2011 aus

(Archiv)

Trotzdem: Die Begeisterung hielt sich in Grenzen. «Aussen super, innen enttäuschend», sagte eine Frau. «Alles ist eintönig. Da gefällt es mir zu Hause besser.» Das Schwimmbad sei aber schön.

Nur ein Mann schien sich ernsthaft mit einem Kauf der Villa auseinanderzusetzen. Ein Immobilienhändler. Nach der Besichtigung sagte er: «Mehr als 1,5 Millionen zahlt niemand.» Die Lage sei schlecht, das Haus habe wenig Zimmer und es müsse noch Geld investiert werden. «Ob ich bei der Versteigerung mitbiete, weiss ich noch nicht. Für
3,2 Millionen kann man am Hallwilersee ganz andere Dinge hinstellen.»

Autor

Pascal Meier

Pascal Meier

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