Fusion

Boswil und Bünzen sprechen über Fusion – Arbeitsgruppe für Zusammenschluss gebildet

Am Bahnhof sind Boswil und Bünzen schon vereint.

Am Bahnhof sind Boswil und Bünzen schon vereint.

Die beiden bisher unabhängigen Gemeinden Boswil und Bünzen haben Schritte zu einer Fusion unternommen. So wurde eine Arbeitsgruppe zur Vorbereitung eines Zusammenschlusses gebildet. Die Initiative zur möglichen Fusion ist beidseitig erfolgt.

«Hallo, ja, grüezi Frölein, da isch Kuenz. Kuenz im Moment in Bünze bi Boswil.» Diese Worte zum Auftakt eines legendären Telefonats von Kabarettist ­César Keiser machten die beiden Gemeinden Boswil und Bünzen in der ganzen Schweiz berühmt. Der Sketch aus den 1960er-Jahren ist ein Klassiker in der Geschichte des Kabaretts. Würde Keiser noch leben, müsste er seine Nummer sprachlich vielleicht bald anpassen.

Denn die beiden bisher unabhängigen Gemeinden haben Schritte zu einer Fusion an die Hand genommen. Wie der Boswiler Ammann Michael Weber auf Anfrage der AZ bestätigt, hat die Vorbereitungsgruppe zum Zusammenschluss Boswil/Bünzen kürzlich die Ortsparteien über den Stand der Dinge informiert. In der Kommission haben nebst Weber auch der Boswiler Vizeammann Jakob Dolder und Gemeindeschreiber Roger Rehmann Einsitz. Von Seiten Bünzens sind Gemeindeammann Marlise Müller, Vizeammann Peter Huber und Denise Jakob (Gemeindeschreiberin) vertreten. In beratender Funktion begleitet Hans Vogel die Gruppe. Er hat als ehemaliger Ammann von Scherz, die dortige Fusion mit Lupfig abgewickelt.

Die Initiative zur möglichen Fusion sei beidseitig erfolgt. Michael Weber sagt zu den Hintergründen: «Beide Gemeinden waren seit dem gemeinsamen Projekt der SBB-Brücke 2014 in gutem Austausch. Dieses Projekt klappte sehr gut und wir sprachen davon, dass man auch politisch gut näher zusammenarbeiten könnte. Dies ist beispielsweise im Zivilschutz oder der Feuerwehr schon jetzt der Fall.»

Fragebogen wird in alle Haushaltungen verschickt

Als Nächstes geht es darum, herauszufinden, wie die Bevölkerung einen Zusammenschluss Boswils und Bünzens betrachtet. Die Arbeitsgruppe hat deshalb einen Fragebogen erarbeitet, der in alle Haushaltungen der beiden Gemeinden verschickt werden soll. In Bünzen waren Ende vergangenen Jahres 1079 Einwohner registriert, in Boswil deren 2848. Ammann Michael Weber sagt: «Die Umfrage soll raus spüren, wie die Stimmung in der Bevölkerung ist. Ich denke, sie ist einer Fusion eher positiv gesinnt.»

Noch vor dem Versand der Umfrage wird ein Orientierungsanlass für beide Gemeinden an einem Ort stattfinden. Der genaue Zeitpunkt ist noch nicht bestimmt, dürfte aber in den kommenden zwei bis drei Monaten sein. «Alle weiteren Fragen, die sich bei einer Fusion stellen, können wir erst klären, wenn wir wissen, dass die Idee von der Bevölkerung getragen wird», sagt Michael Weber.

Ist dies der Fall, würde man an der Herbstgemeindeversammlung einen entsprechenden Kredit beantragen, um weitere Massnahmen zu finanzieren. Boswil und Bünzen haben auch die Nachbargemeinden Besenbüren und Kallern über ihren Plan informiert. «Es steht den beiden Gemeinden frei, mitzumachen», erklärt Weber.

Zeithorizont liegt zwischen vier und sechs Jahren

Die bisher letzte Fusion im Bezirk Muri war 2012 zwischen Merenschwand und Benzenschwil. Aktuell existieren noch 19 Gemeinden. Bis eine Gemeinde namens Boswil-Bünzen auf dem Papier Tatsache wäre, dauert es noch eine Weile. Michael Weber geht von einem Zeithorizont von vier bis sechs Jahren aus. «Es sind einige Schritte nötig, aber die Weichen dazu können jetzt bald gestellt werden», sagt er. Apropos Weichen. Beim Bahnhof sind sie seit langem so gestellt. Dieser heisst bereits Boswil-Bünzen.

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