Niederwil

Bratwurst mit Senf an der «Aargauer Olma»

Die Faszination der Landmaschinen: Marco und Martin Willi (v. l.) an der Ausstellung in Niederwil.

Die Faszination der Landmaschinen: Marco und Martin Willi (v. l.) an der Ausstellung in Niederwil.

Hunderte Landmaschinenfans tummelten sich am zweiten Weihnachtstag auf dem Areal der Mäder AG in Niederwil. Es ist die 45. Landmaschinenausstellung des Freiämter Betriebs – die traditionelle «Aargauer Olma»

Traktoren, Bratwurst und Bier statt Adventsstimmung, Guetzli und Glühwein: Hunderte Landwirte-Fans interessierten sich für die 45. Landmaschinenausstellung der Mäder AG – die traditionelle «Aargauer Olma».

«Diesen Übernamen gibt es schon seit Jahrzehnten, eine wirkliche Verbindung zur richtigen Olma besteht aber nicht», erklärt Organisator Rolf Mäder. Er führt das Familienunternehmen bereits in der dritten Generation und half jeweils schon als Kind mit bei den Vorbereitungen für den Event. «Es ist die grösste und interessanteste Landmaschinenausstellung des Kantons. Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen überheblich, trifft aber eigentlich schon zu», sagt Mäder und schmunzelt.

Im kommenden Jahr wird es nicht nur in Niederwil, sondern auch in St. Gallen eine «Aargauer Olma» geben. Der Aargau wird nach über 20 Jahren nämlich zum ersten Mal wieder als Gastkanton an der richtigen Olma dabei sein. Er darf dabei die Eröffnungsfeier und den grossen Umzug am «Tag des Ehrengastes» gestalten. Mäder selbst betrifft das nicht. Seine Maschinen wird er in Niederwil lassen und nur als Besucher nach St. Gallen reisen. Für Händler wie ihn böte die Olma keine geeignete Plattform. Mäder konzentriere sich lieber auf seine eigene Ausstellung zwischen Weihnachten und Neujahr. Er ist mit Leidenschaft dabei. Sein Gesicht strahlt, wenn er von den neuen Rotationsblättern für die Kreiselheuer oder von den verbesserten Traktor-Motoren spricht.

Rund 5000 Besucher aus der ganzen Schweiz lockt Mäder mit seiner Ausstellung jedes Jahr ins Freiamt. Die Maschinen sind gross – die Preise hoch. Wer nicht vom Fach ist, hat Mühe, herauszufinden, wofür die Geräte überhaupt verwendet werden. Der Organisationsaufwand ist enorm. Unterdessen sei man aber ein eingespieltes Team, sagt Mäder: «Für die Vorbereitungen brauchen wir nur etwa zwei Wochen. Jeder Handgriff sitzt – das ganze Team hilft mit.»

Der Rundgang führt die Besucher von der M-Einachser-Fräse vorbei am Pöttinger-Kreiselheuer bis hin zum Ott-3-Schar Pflug. Dieser wird gerade von Martin Willi und seinem Sohn Marco aus Würenlos bestaunt. Die beiden kommen regelmässig nach Niederwil, schätzen die Vielfalt und die grosse Auswahl.

Kaufen wollen sie den Pflug aber nicht, trotz des attraktiven Occasion-Preises. Sie wollen nur ein bisschen schauen, ein Bier trinken und am Schluss des Rundgangs eine Bratwurst essen. Natürlich mit Senf, man ist ja nicht an der Olma. Zumindest nicht an der richtigen.

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