Bremgarten
Gwerbler waren draussen im Wald statt in einer Fabrik – «Für einmal sind wir nicht in einem typischen Betrieb zu Gast»

Fürs traditionelle Firmentreffen der Stadt Bremgarten begaben sich die lokalen Gewerbetreibenden tief in den Wald. An der frischen Luft gab es einen kleinen Einblick in den Forstbetrieb Wagenrain.

Marc Ribolla
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Die Forstwarte Nico Küng und Rahel Müller erklären ihre Arbeit.

Die Forstwarte Nico Küng und Rahel Müller erklären ihre Arbeit.

Marc Ribolla

Es krachte und knackste, wie ein Zündhölzchen knickte der Baumstamm. Innert Sekunden packte der Greifer das Holz, beförderte den Stamm quer über den Waldweg und deponierte ihn im danebenliegenden Unterholz. Am Steuerknüppel des Baggers mitten im Bremgarter Wald nahe des Forsthauses sass Forstwart Nico Küng.

Er war für einmal nicht allein im Wald – rund 50 Augenpaare beobachteten Küng bei seiner Arbeit. Sie gehörten den Bremgarter Gwerblern und Mitgliedern der Stadtverwaltung, die der Einladung der Stadt zum traditionellen Firmentreffen am Mittwochvormittag gefolgt sind.

«Für einmal sind wir nicht in einem typischen Betrieb zu Gast, sondern direkt im Arbeitsumfeld eines Betriebs», sagte Stadtammann Raymond Tellenbach. Gemeint ist der Forstbetrieb Wagenrain, der die Gemeinden Bremgarten, Wohlen, Waltenschwil, Dottikon und Hägglingen umfasst.

Jedes Jahr werden 15'000 Christbäume geholzt

Der Forstbetrieb bewirtschaftet rund 960 Hektaren öffentlichen Wald und 300 Hektaren Privatwald. Ein Grossteil des Waldes gehört den verschiedenen Ortsbürgergemeinden. Tellenbach erinnerte die Gwerbler daran und sagte:

«Wir sind beim Besuch des Waldes immer wie in einem fremden Garten unterwegs.»

Die Gwerbler zeigten sich von der kurzen Demonstrationsvorführung von Forstwart Nico Küng beeindruckt. Dieser ist Teil einer neuen Generation von Förstern. Sein Vater Leonz Küng ist als Betriebsleiter der Chef. «Bis jetzt klappt es ganz gut», meinte Nico und entlockte so den Anwesenden ein Schmunzeln.

Rund 50 Bremgarter Gewerbetreibende besuchten das Firmentreffen im Wald.

Rund 50 Bremgarter Gewerbetreibende besuchten das Firmentreffen im Wald.

Marc Ribolla

Gemeinsam mit Küng erklärte die frisch ausgebildete Forstwartin Rahel Müller die speziellen Begebenheiten ihrer Arbeit. Ein wichtiges Standbein im Wagenrain ist der Christbaumverkauf. Rund 15'000 Bäume werden jährlich eingeholt. Müller sagte: «Ab November wird es darum immer sehr streng. Es ist die strengste Jahreszeit bis Weihnachten.» Ruhiger ist es in den Sommermonaten, in denen praktisch nicht geholzt wird.

Weniger Schäden durch den Borkenkäfer

Bei ihrer Arbeit im Forst gibt es einige Herausforderungen zu meistern. Eine war dieses Jahr aber etwas geringer. «Wir sind glücklich über den nassen Sommer, durch den sich die Schäden mit Borkenkäfern stark verringert haben», berichtete Müller. Andererseits seien Neophyten, also nichteinheimische Pflanzen, auch im Wald ein aufkommendes Problem.

Einen Zusatzaufwand verursachten die Nassschneefälle im Januar, die viele Bäume zerstörten. «Wir haben rund 5000 Kubikmeter Holz rausgeholt. Das ist fast die Hälfte der Menge eines normalen Jahres. Die Arbeiten haben uns bis in den Mai beschäftigt», sagte Müller.

Ammann Tellenbach betonte, dass der Forstbetrieb Wagenrain einer der wenigen mit schwarzen Zahlen sei, und nutzte die Gelegenheit des Firmentreffens auch, um die Gewerbetreibenden über Entwicklungen in der Stadt zu informieren. «Die wichtigste Mitteilung betrifft die Stelle eines Citymanagers, die nun ausgeschrieben ist. Die Erwartungen an diese Person sind vielfältig und ein Austausch mit ihnen ist zentral», so Tellenbach.

Das Firmentreffen wurde mit einem Mittagessen beim Forsthaus abgeschlossen.

Das Firmentreffen wurde mit einem Mittagessen beim Forsthaus abgeschlossen.

Marc Ribolla

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