Kirchen und meist auch die dazugehörenden Pfarrhäuser sind aufgrund ihrer Grösse, ihres Baustils und ihres Alters selten energieeffiziente Gebäude. Die römisch-katholische Landeskirche Aargau ist sich dessen durchaus bewusst. Daher hat sie einen Ökofonds geschaffen. Dieser soll einen finanziellen Anreiz für ihre Kirchgemeinden schaffen, vermehrt auf erneuerbare Energien zu setzen und den CO2-Ausstoss zu verringern. Mit Beiträgen aus diesem Fonds werden unter anderem Massnahmen zur Wärmedämmung sowie die Umstellung auf nachhaltigere Heizsysteme unterstützt.

Die römisch-katholische Landeskirche verteilt aber nicht nur Geld. Sie überprüft mit einer Erfolgskontrolle auch die Effizienz der Massnahmen, die aus dem Ökofonds unterstützt worden sind. Untersucht wird dabei primär, ob und wie stark der Heizbedarf gesunken ist und um wie viel sich dabei der CO2-Ausstoss vermindert hat. Nicht in diese Untersuchung einbezogen wird ein allfälliger finanzieller Erfolg der Massnahmen. Das ist laut Landeskirche nicht möglich, weil der Nova Energie GmbH, welche die entsprechenden Abklärungen durchgeführt hat, Unterlagen zu Gesamtkostenabrechnungen von Umbaumassnahmen nicht zur Verfügung standen oder nur mit grossem Aufwand hätten organisiert werden können.

In Hermetschwil können 18 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.

In Hermetschwil können 18 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.

Vergleiche angestellt

Bei der Untersuchung wurden jedoch die Energiekostenabrechnungen vor und nach dem Umbau untersucht. Je nach Heizsystem war daraus ersichtlich, wie viel Strom, Gas oder Öl zum Heizen verwendet wurde. Der veränderte Energiebedarf des Gebäudes nach dem Umbau wiederum zeigte auf, welchen Einfluss die Sanierungsmassnahmen auf den Verbrauch und den CO2-Ausstoss des Gebäudes hatten.

Insgesamt war bei elf Objekten die Datengrundlage für eine aussagekräftige Auswertung gross genug. Darunter befinden sich mit Bünzen, Hermetschwil-Staffeln und Zufikon auch drei Kirchgemeinden aus dem Freiamt. Aufgrund der individuellen Umbaumassnahmen seien die Ergebnisse unterschiedlich ausgefallen. Auch die Höhe der gesprochenen Fördergelder variiere stark, teilt die Landeskirche mit. Ausbezahlt wurden für die untersuchten Objekte Beiträge zwischen 4000 und 57'000 Franken. Die Einsparungen des Heizwärmebedarfs und des CO2-Ausstosses erstrecken sich über eine Bandbreite von 10 bis 150 Megawattstunden (MWh) und 6 bis 70 Tonnen CO2 pro Jahr.

Insgesamt wurden aus den Ökofonds der Landeskirche 300'000 Franken an elf verschiedene Projekte ausgerichtet. Total werden dort jetzt 400 MWh weniger Heizenergie benötigt und pro Jahr 300 Tonnen CO2 gespart.

In Zufikon sind es gar 40 Tonnen CO2 weniger pro Jahr.

In Zufikon sind es gar 40 Tonnen CO2 weniger pro Jahr.

Die Details aus dem Freiamt

Die katholische Kirche Bünzen wurde 2013 renoviert. Dabei sind Wärmedämmung, Heizungssteuerung und Wärmeverteilung erneuert worden. Das zeigt Wirkung: Vor der Sanierung wurden im Schnitt jährlich 180 MWh Heizenergie benötigt, das entspricht 18'000 Litern Heizöl. Nach der Sanierung hat sich der Heizbedarf auf rund 140 MWh reduziert. Dies entspricht noch 14'000 Litern Heizöl. Pro Jahr werden so 12,5 Tonnen CO2 eingespart. Die Kirchgemeinde Bünzen hat aus dem Ökofonds einen Beitrag von 42'200 Franken erhalten.

Die Kirchgemeinde Hermetschwil-Staffeln hat 2015 die bisherige Ölheizung in ihrem Gotteshaus ausser Dienst gestellt. Seither wird es über die Holzschnitzelheizung der Institution St. Benedikt (vormals: Kinderheim St. Benedikt) mit Wärme versorgt. Pro Jahr werden rund 60 MWh Heizenergie benötigt, was rund 6000 Litern Heizöl entspricht. Durch die Umstellung auf die praktisch CO2-neutrale Holzschnitzelheizung werden so pro Jahr 18 Tonnen CO2 eingespart. Der Förderbeitrag bei diesem Projekt belief sich auf 22'000 Franken.

In der Kirche St. Martin in Zufikon ist 2012 die Ölheizung durch eine Erdsonden-Wärmepumpe ersetzt worden. Zudem wurde das Pfarreizentrum und etwas später auch das Pfarrhaus energietechnisch saniert. Im Pfarreizentrum ist es neu zudem möglich, dank einer neuen Lüftung die Abwärme zu nutzen und über eine Wärmepumpe das Warmwasser aufzubereiten. Vor der Sanierung wurden in Zufikon pro Jahr im Schnitt rund 130 MWh Heizenergie benötigt, heute sind es dank den verschiedenen getroffenen Massnahmen noch 60 MWh. Das entspricht im Vergleich einer Reduktion von 13'000 auf 6000 Liter Heizöl pro Jahr. Mit der neuen Wärmepumpe kann der CO2-Ausstoss zudem auf 1,2 Tonnen reduziert werden, das entspricht einer Einsparung von 40 Tonnen CO2 pro Jahr. Entsprechend hoch war mit 57'000 Franken auch der ausgerichtete Beitrag aus dem Ökofonds der Landeskirche.