Brutzeit
Das erste Sarmenstorfer Storchenpaar ist zurück – und hat Nachwuchs?

Seit letztem Jahr gehört die Gemeinde zu den Freiämter Storchendörfern. Seit März ist das Storchenpaar zurück. Jetzt tut sich was im ersten Nest beim Birkenhof.

Andrea Weibel
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Bisher sassen die Störche stundenlang im Nest und brüteten. Sie standen nur auf, um mit dem Partner zu tauschen. Nun stehen sie immer häufiger im Nest. Sind die Jungen geschlüpft?

Bisher sassen die Störche stundenlang im Nest und brüteten. Sie standen nur auf, um mit dem Partner zu tauschen. Nun stehen sie immer häufiger im Nest. Sind die Jungen geschlüpft?

Andrea Weibel

2016 war märchenhaft und verheerend gleichzeitig: Nur zwei Monate nachdem Storchenfreunde um Regula Hurter und Marco Stettler drei Storchennester auf hohen Stangen im Sarmenstorfer «Moos» aufgestellt hatten, zog das erste Storchenpärchen ein. «Andere Dörfer warten Jahre», so Stettler damals. «Sarmenstorf ist eben ein Glücksdorf.» Bald begannen die Störche zu brüten. Doch der nasse, kalte Frühling ertränkte alle Hoffnung auf die ersten Sarmenstorfer Jungstörche. Selbst die Hoffnung, dass die Störche nach ihrem ersten Jahr, das so traurig endete, wiederkommen würden, schien klein. «Oft suchen sie sich nach einer schlechten Erfahrung im Jahr darauf einen neuen Brutplatz», erklärt Hurter, Präsidentin des lokalen Vogelschutzvereins.

Seit April brüten sie

Nicht so dieses Storchenpaar. Ihm scheint es im «Moos», nahe beim Birkenhof, genauso zu gefallen wie den unzähligen Spaziergängern, die an schönen Tagen mit oder ohne Hund und Kinderwagen ununterbrochen den Feldern entlang flanieren. Es ist nicht geklärt, ob es sich um dasselbe Paar handelt, «aber wir gehen davon aus, einer trägt wieder einen Ring, der andere nicht», so Stettler. «Seit dem 7. März sind sie zurück, Anfang April haben sie zu brüten begonnen. Störche brüten 30 bis 31 Tage. Also sollten die Jungen eigentlich schon geschlüpft sein.» Wenn es denn welche gibt, denn der Frühling war erneut kalt und regnerisch, aber nicht ganz so schlimm wie 2016.

Anja Probst vom Birkenhof sieht die Störche von ihrem Schlafzimmerfenster aus. «In den letzten Tagen stehen sie immer häufiger auf, das haben sie vorher nur getan, um sich beim Brüten abzuwechseln. Ich bin fast sicher, dass sie Junge da oben haben. Oder ich hoffe es zumindest.» In den nächsten Tagen wird sich zeigen, ob das Storchenpaar Futter herbeischafft oder sich stattdessen vom Nest entfernt. «Daran würden wir sehen, ob Junge da sind», sagt Stettler. «Jetzt müssen wir warten. Und wenn wir Glück haben, werden in ein paar Tagen oder Wochen die kleinen Köpfe zu sehen sein.»

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