Merenschwand

Das «Huwyler» bleibt – nur die Gartenterrasse muss kurz weg

Die Pläne zur Umlegung des Wissenbachs in Merenschwand liegen derzeit auf der Gemeindekanzlei zur Einsicht auf. Sie bedeuten aber nicht das Ende des Restaurants Huwyler, sondern den Start in die Zukunft.

Wild geht es gerade zu und her im Restaurant Huwyler in Merenschwand. Das hat vor allem damit zu tun, dass die Jagdsaison eröffnet ist und gleichzeitig die Sinser Gewerbeausstellung vor der Tür steht, an der das Huwylerteam, zusammen mit den Kollegen des Mühlauer «Storchen», die Messebesucher im Festzelt verwöhnen wird. Nicht minder wild wucherten aber in den vergangenen Wochen und Monaten, bis weit über die Regionsgrenzen hinaus, die Gerüchte um eine mögliche Schliessung des «Huwyler».

Auslöser der Gerüchte war im Grunde genommen der Gestaltungsplan Zentrum (die AZ berichtete). Im Rahmen dieser Bauarbeiten soll auch die Kreuzung Bremgarten-, Luzern- und Zürichstrasse durch einen modernen Kreisel ersetzt werden.

«Wenn man dazu schon die Kantonsstrasse aufreisst», erklärt Gemeindeammann Hannes Küng die Überlegungen des Gemeinderates, «dann ist es doch sinnvoll, den Verlauf des Wissenbachs unter der Bremgartenstrasse durch gleich so weit anzupassen, dass man bei der späteren Umlegung des ganzen Bachs dieselbe Arbeit nicht nochmals machen muss.»

Die Umlegung des Baches soll neues Bauland erschliessen

Mit dieser Idee stiess der Gemeinderat bei der Abteilung Landschaft und Gewässer des kantonalen Departements Bau, Verkehr und Umwelt auf weit offene Ohren. Der Kanton hat ein grosses Interesse daran, unnatürlich kanalisierte Gewässer wie eben den Merenschwander Wissenbach, offenzulegen und ökologisch aufzuwerten. Der von der Firma Porta AG, Ingenieure Planer Geometer, vorgelegte Plan für die Frei- und Umlegung des Wissenbachs liegt noch bis zum 15. Oktober auf der Gemeindekanzlei Merenschwand zur öffentlichen Einsicht auf.

Das Projekt hat Hannes Küng den Einwohnern im Rahmen der Gemeindeversammlung vom 24. Juni vorgestellt und dabei auch die Ziele erklärt. Der Wissenbach spielt bei der Belebung des Dorfzentrums eine wesentliche Rolle. Er soll als offenes Gewässer mit naturgerechter Uferbepflanzung die Aufenthaltsqualität im Zentrum erhöhen. Durch die Umlegung entlang der Bremgartenstrasse wird die Bauzone südlich des Baches erweitert und steht dann für eine sinnvolle bauliche Anpassung beidseits der Ortsdurchfahrt zur Verfügung.

Der Pachtvertrag des «Huwyler» läuft noch bis 2028

Dem Naturidyll mitten durch Merenschwand steht nur noch ein Objekt im Weg: das Restaurant Huwyler. So steht es auch im Projektbeschrieb: «Das Gebäude, in dem sich das Restaurant Huwyler befindet, muss für die Umsetzung des Bachprojekts abgebrochen werden.»

Diese Tatsache hat denn auch zu den Gerüchten im Dorf geführt, das «Huwyler» werde abgerissen. Gemeindeammann Küng schüttelt nur den Kopf: «Nein, das habe ich an der Gemeindeversammlung schon erklärt. Das Bachprojekt ist nicht das Ende vom ‹Huwyler›, sondern wenn das ‹Huwyler› einmal zugeht, dann kann das Bachprojekt kommen.»

Das bestätigt auch Martin Lang, der zusammen mit seiner Lebensgefährtin, Michèle Helfenstein, das Restaurant führt: «Gerade im letzten Jahr habe ich mit der Ortsbürgergemeinde einen neuen Zehnjahresvertrag als Pächter des ‹Huwyler› unterzeichnet.» Niemand in Merenschwand hat ein Interesse daran, das Traditionslokal einfach so aufzugeben. Das bekräftigt auch Küng: «Wir sind in der glücklichen Lage, mit ‹Huwyler› und ‹Schwanen› gleich zwei qualitativ hochstehende Restaurants im Dorf zu haben. Das ist ein riesiger Standortvorteil.»

Die Bausubstanz des Hauses ist nicht mehr die beste

Wenn ihm Rahmen der Bauarbeiten am Hirschenkreisel, frühestens Anfang 2021, die ersten Korrekturen am Lauf des Wissenbachs vorgenommen werden, dann muss zwar die Gartenwirtschaft des «Huwyler» abgebaut werden, aber danach wird sie wieder aufgebaut, darüber sind sich alle Beteiligten einig.

Da die Bausubstanz des Restaurants nicht mehr die beste ist, wird nach Ablauf des Pachtvertrages beurteilt, ob eine Sanierung oder allenfalls ein Neubau sinnvoller ist. «Wir werden dann mit allen Beteiligten zusammensitzen und die optimale Lösung suchen», sagt Küng. Wenn die Gemeinde ihre Gesamtüberbauungspläne südlich der Bremgartenstrasse realisieren kann, dann entsteht in Merenschwand dereinst ein attraktiver Dorfkern, der sowohl verdichtetes Bauen wie Naturnähe und Erholungsfläche zusammen mit dem Bedürfnis nach einer guten Beiz erfüllt.

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