Wohlen

Das Lebenswerk von Heidi Widmer: Bilder mitten aus dem Alltag

Eine genaue Beobachterin des Alltags ist die Künstlerin Heidi Widmer auch während ihrer eigenen Vernissage.

Eine genaue Beobachterin des Alltags ist die Künstlerin Heidi Widmer auch während ihrer eigenen Vernissage.

Das Lebenswerk der Wohler Künstlerin Heidi Widmer wird erstmals in einer Werkschau gezeigt – am Sonntag war Vernissage in der Bleichi.

«Heute feiern wir ein Fest.» Mit diesen Worten begrüsste Hans Furter, der Präsident der Wohler Kulturkommission, die Vernissage-Gäste in der ehemaligen Industriehalle Bleichi. Menschen unterschiedlichsten Alters und verschiedenster Herkunft strömten an diesem regnerischen Sonntag in die Halle, um erstmals das Lebenswerk der Wohler Künstlerin an einem Ort vereint zu sehen und es gemeinsam zu feiern.

Es sei eine Mammutaufgabe gewesen, eine Auswahl zu treffen, erzählte Furter. Gemeinsam mit einer sechsköpfigen Arbeitsgruppe zeichnete er verantwortlich für die Ausstellung, die mehrere Räume füllt. «Was Sie hier sehen, sind etwa fünf Prozent des Schaffens von Heidi Widmer», verdeutlichte er die Grösse des Gesamtwerkes der Künstlerin, die sich seit 50 Jahren fast ausschliesslich der Kunst widmet.

Umfangreiches Schaffen verteilt auf eine Halle

Tatsächlich kann die Gesamtheit ihrer Arbeit kaum überblickt werden. Raumlange, niedere Tische stehen in der ehemaligen Fabrikhalle. Darauf liegt Bild an Bild. Für den Besucher ist es praktisch unmöglich, die ganze Tragweite des Werkes zu erfassen. Auch die angrenzenden Räume sind voll mit Bildern aus den verschiedenen Phasen ihres Schaffens.

Und dieses ist umfangreich und führte die Freiämterin hinaus in die Welt. Sei es im Amazonasgebiet, in Prag oder in Asien: Heidi Widmer taucht in die Kulturen ab, lässt sich mitreissen und verarbeitet die Eindrücke in Bildern, die ihre unverkennbare Handschrift tragen. Dabei dominieren die Farben Blau, Gold und Rot, wobei sich die rote Farbe, analog zum roten Faden in einer Geschichte, durch viele Werke schlängelt.

Auch er habe ein Bild von Heidi Widmer in seinem Haus hängen, verriet Laudator Hans ­Ul- rich Glarner, Vorsteher des Amtes für Kultur des Kantons Bern. Dieses habe er zwischen Küche und Wohnraum platziert, «es hängt also im Übergang zwischen Arbeit und Genuss», präzisierte er. Mitten im Alltag, so der ehemalige Leiter des Lenzburger Stapferhauses, sei das Bild am richtigen Platz.

Heidi Widmer war gerührt von Laudatio und Musik

Denn Heidi Widmers Bilder seien vielen Menschen ein treuer Begleiter im Alltag und ein «sprühendes Kaleidoskop, das mäandrierend die Grenzen sprengt». Beeindruckt zeigte sich Glarner von der Konsequenz, mit der Heidi Widmer seit 50 Jahren ihren eigenen Weg geht: «Das ist eine tiefe menschliche Gradlinigkeit, ich habe grössten Respekt davor.»

Heidi Widmer hielt sich im Hintergrund und war offensichtlich gerührt von der treffenden Laudatio. Abgerundet wurde die Feier von Charlotte Wittmer, die mit Akkordeon und feinem Gesang eine wunderbare Stimmung in die grosse Fabrikhalle zauberte.

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