Wohlen

Den Modell-Eisenbähnlern bleibt ihr Vereinslokal sehr wahrscheinlich erhalten

Armin Meier vor der neuen Attraktion der Modelleisenbahnlandschaft: ein Valser-Dörfli.

Armin Meier vor der neuen Attraktion der Modelleisenbahnlandschaft: ein Valser-Dörfli.

Sie fürchteten einen aufwändigen Umzug. Nun sieht es aus, als könnte der Freiämter Eisenbahn-Amateur-Club in der Bleichi bleiben.

In Wohlen gibt es neu ein Valser-Dörfli, das sogar mit einer kleinen Bergbahn erschlossen ist. Gebaut worden ist es allerdings nicht am Rebberg und auch nicht auf dem Alpenzeiger, sondern im Vereinslokal des Freiämter Eisenbahn-Amateur-Clubs (FEAC) in der Bleichi. Er hat dort die bestehende Anlage mit einer Attraktion ergänzen können, die Ehrenmitglied Wendolin Kieser aus seiner privaten Modelleisenbahn ausgebaut und dem FEAC geschenkt hat.

Auch einen neuen Bahnhof mit überdachten Perrons, geschwungener Personenüberführung, Treppenhaus und Lift gibt es dort zu sehen – gefertigt von Ehrenpräsident Armin Meier. Und ein weiterer neuerer Anlagenteil zeigt ein Teilstück der Rhätischen Bahn. Gestaltet haben diese Modell-Landschaft mit ihren vielen bis ins kleinste Detail ausgearbeiteten Miniaturen Ernst Rosenberg und seine Gattin Regine.

Für die Zukunft wieder zuversichtlich

Die neuen Anlageteile zeigen, dass der FEAC wieder hoffnungsvoller in die Zukunft blickt als auch schon. Im Zuge der Schulraumplanung ist dem Verein von der Gemeinde Wohlen der Baurechtsvertrag für das Land gekündigt worden, auf dem er 1984 in hunderten von Fronarbeitsstunden sein Klubhaus errichtet und danach Schritt für Schritt die heutige Modelleisenbahn-Anlage aufgebaut hat.

Der FEAC hätte ursprünglich Ende 2017 weichen müssen. Jetzt haben sich die Vorzeichen verändert: «Die aktuell geplante Turnhalle tangiert unsere Parzelle nicht mehr. So können wir ziemlich sicher bleiben. Wir sind zwar im vertragslosen Zustand, aber ich gehe davon aus, dass wir von der Gemeinde eine definitive Baurechtsverlängerung erhalten werden, wenn das Turnhallenprojekt wie geplant bewilligt und realisiert werden kann», sagt Vereinspräsident Marc Läuffer.

Traditionelle Ausstellung mit freiem Eintritt

Die laufenden Ausgaben und Investitionen deckt der Verein weitgehend über seine traditionellen Tage der offenen Tür. «Eine andere Einnahmequelle haben wir nicht, ausser, dass unsere Mitglieder gelegentlich selber in ihre Taschen greifen», erklärt Läuffer. Der nächste Anlass steigt am Wochenende vom 14. und 15. September. Jeweils von 10 bis 16 Uhr kann die Modelleisenbahn besichtigt werden. Ein wenig Zeit sollte man sich für den Rundgang reservieren, denn es gibt eine Vielzahl von spannenden Details zu bestaunen.

Wie üblich ist auch für das leibliche Wohl der Gäste im legendären «Gramper»-Beizli gesorgt. «Planen sie einen gemütlichen Ausflug mit ihrer Familie in die Miniaturwelt der Modelleisenbahnen. Ein Ausflugsziel, das sich für Jung und Alt lohnt», schreibt der FEAC in seiner Einladung. Und: Dieses Jahr wird für die Besichtigung auch kein Eintritt verlangt. Er wird von der Hypi Lenzburg offeriert, die an der Bahnhofstrasse in Wohlen demnächst ihre neue Filiale eröffnet.

Alte Modelleisenbahnen nicht entsorgen

Modelleisenbahnen hatten schon einen höheren Stellenwert als heute. Entsprechend hat der FEAC denn auch etwas Nachwuchsprobleme: «Wir haben zwar soeben einen 14-jährigen Buben für unser Hobby begeistern können, der sich in unserem Verein bereits stark engagiert. Über ein paar weitere jüngere Mitglieder würden wir uns aber sehr freuen, und wir hoffen, den Nachwuchs auch an unserem Tag der offenen Tür ansprechen zu können», sagt Marc Läuffer.

Weil das «Isebähnle» von anderen Freizeitbeschäftigungen konkurrenziert wird, werden laut Läuffer auch da und dort ganze Modelleisenbahn-Anlagen oder zumindest Schienen und Rollmaterial entsorgt «Das ist jammerschade», sagt der FEAC-Präsident, «wir sind für alte Anlagenteile, Schienen, Lokomotiven und Wagen immer dankbar. Dieses Material können wir entweder auf unserer bestehenden Anlage einsetzen, als Ersatzteile verwenden oder aber potenziellen jungen Klubmitgliedern damit eine Freude machen.»

Weitere Infos zum Verein: www.feac.ch.

Autor

Toni Widmer

Toni Widmer

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