Bremgarten
Der Ball, der aus der Reihe tanzt – und das aus guten Gründen

Der Rüssknallerball in Bremgarten ist bekannt für seine aufwendige Dekoration und beliebt bei älteren Fasnächtlern. Ein Blick hinter die Organisations-Kulissen.

Robert Benz
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Gruppenbild mit Inuit: Claudia Schürmann (links), Sue Rey undAndrea Meier organisieren zusammen den achten Rüssknallerball.

Gruppenbild mit Inuit: Claudia Schürmann (links), Sue Rey undAndrea Meier organisieren zusammen den achten Rüssknallerball.

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Tischtücher am Fasnachtsball waren früher nichts Exotisches. Heute sind sie eine Seltenheit. Das lässt tief blicken: Während viele Veranstalter die Tische ganz aus der Halle geräumt haben, die Dekoration auf ein normales Mass zurückschrauben und sogar für voll maskierte Gruppen Eintritt verlangen, schwimmt der Bremgarter Rüssknallerball gegen den Strom.

«Uns geht es überhaupt nicht ums Geld. Wir wollen Masken, nicht Gewinn. Bei uns steht die Fasnacht absolut im Vordergrund. Wir machen Fasnacht wie zu alten Zeiten», sagt Sue Rey vom dreiköpfigen Organisationsteam. 80 Prozent der Gäste seien maskiert – und zwar richtig gut und mottogetreu. Dass vollmaskierte Gäste zahlen müssen, komme für sie überhaupt nicht infrage.

Sue Rey, Claudia Schürmann und Andrea Meier sind die Köpfe der Organisatoren. Seit acht Jahren schmeissen sie den Ball mit einem praktisch unveränderten Team. Schürmann beginnt jeweils bereits im Sommer mit den Dekorationsvorbereitungen. Entsprechend beeindruckend sieht dann auch das Bremgarter Casino aus. Dieses Jahr herrscht eine «Souchälti», ziehen quer durchs ganze Casino Schlittenhunde ihre Fracht, ein Skilift quert ihre Bahn und weiter hinten fischen übergrosse Inuit um die Wette.

Gefühlte 100 Mal verweisen Meier, Rey und Schürmann während des Gesprächs auf ihre 50 Helfer, von denen ihnen die meisten seit acht Jahren die Treue halten, auf Alois Oberthaler zum Beispiel, der seit 50 Jahren die Wandplakate malt. Auf Othmar Hausherr, der sich immer zehn Tage freinimmt, um die Deko zusammen mit James Rey an die Decke zu hängen. Oder auf Gregor Kaufmann, der nicht nur fahrzeugparkweise Anhänger zur Verfügung stellt, sondern auch gleich die ganze Stromeinrichtung installiert.

Die männliche WC-Fee

Fast am meisten Freude haben die drei an ihrer «männlichen WC-Fee»: Daniel Huber ist auch seit dem ersten Ball mit dabei und sorgt für vergleichsweise paradiesische Pinkel-Verhältnisse am Fasnachtsball.

Der Ball 2014 ist die achte Ausgabe für die drei Frauen, mindestens zehn Ausgaben sollen es werden. Danach wollen sie nach jungen Fasnächtlern suchen, denen es genauso wie ihnen in erster Linie ums Basteln, Tanzen und Verkleiden geht, und nicht einfach um eine weitere Party, die per Zufall in der Fasnachtszeit stattfindet.

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