Waltenschwil

Der grösste Auto-Schredder-Betrieb der Schweiz will noch mehr rezyklieren

Die Wiederkehr Recycling AG will das Recyclingvolumen erhöhen.

Die Wiederkehr Recycling AG will in Waltenschwil mit einer neue Pyrolyseanlage noch mehr Rohstoffe wiederverwerten.

Die Wiederkehr Recycling AG in Waltenschwil ist der grösste Auto-Schredder-Betrieb der Schweiz. Doch auch beim Rezyklieren von Autos gibt es Abfälle, zum Beispiel jene kleinen Stücke, sogenannte Schredder-Leicht-Fraktionen (SLF), die im Luftfilter hängen bleiben und mit Lastwagen in Kehrichtverbrennungsanlagen gebracht werden müssen. Das sind nicht etwa wenige Staubkörnchen: Rund 20 000 Tonnen SLF produziert die Wiederkehr Recycling AG pro Jahr, ein Drittel der SLF-Produktion der Schweiz. Dabei gehen das darin enthaltene Kupfer und andere Metalle verloren. Ausserdem müssen Hunderttausende von Lastwagenkilometern zurückgelegt werden, um den Abfall zur Verbrennung ins In- und Ausland zu transportieren. Das soll aufhören, wie man bis am 30. September auf der Gemeinde im Baugesuch lesen kann.

Pyrolyseanlage soll 5 Mio. Franken kosten

Wenn alles klappt, will die Firma 2020 eine 5 Mio. Franken teure Pyrolyseanlage in Betrieb nehmen. Diese soll durch Erhitzen dafür sorgen, dass Kupfer und andere Metalle zurückgewonnen und wiederverwertet werden können. Denn SLF besteht aus Kunststoff/Gummi (60 %), Glas/Mineralik (15 %), Textilien, Leder, Holz (10 %) sowie Lackstaub/Rost (10%) und Metallen (5%). Und, wie in der Umweltverträglichkeitsprüfung zu lesen ist, gehen in der Schweiz pro Jahr rund 1500 Tonnen Kupfer aus SLF verloren und belasten wiederum als Abfallprodukt der Verbrennungsanlagen die Deponien.

Neben der Rückgewinnung von Metallen sollen von der Pyrolyseanlage auch Strom und Abwärme genutzt werden können, heisst es im Prüfungsbericht weiter. Und nicht zuletzt sollen rund 210 000 Lastwagenkilometer pro Jahr eingespart werden, was ausserdem den Verkehr zu und vom Recyclinghof in Waltenschwil reduziert. Als letztes Ziel soll die Anlage dafür sorgen, dass viel weniger Deponievolumen für die Reste aus den Verbrennungsanlagen verwendet werden muss. Insgesamt kommt die unabhängige Umweltverträglichkeitsprüfung zum Schluss, dass die Anlage als umweltverträglich eingestuft werden kann.

Wie genau sie all dies bewerkstelligen soll, werden die Verantwortlichen der Wiederkehr Recycling AG sowie der eigentlichen Bauherrin, der Eco Carbon AG, Steinhausen, am Donnerstag, 19. September, um 17.30 Uhr an einem Infoanlass direkt vor Ort erklären.

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