Benzenschwil

Der Lindenhof ist jetzt auch ein kleines Einkaufszentrum

Familie Vollenweider mit (von rechts) Raphael, Marcel, Doris und Fabian vor dem neuen Verkaufsladen und den neuen Verarbeitungsräumen.

Familie Vollenweider mit (von rechts) Raphael, Marcel, Doris und Fabian vor dem neuen Verkaufsladen und den neuen Verarbeitungsräumen.

Die Bauernfamilie Vollenweider verkauft alles, was sie produziert, direkt ab Hof. Direktvermarktung sei auch eine Herausforderung, so Marcel Vollenweider. Und: Ökologie ist den Vollenweiders besonders wichtig.

Was vor 19 Jahren ganz klein begann, ist heute zu einem umfassenden Familienbetrieb angewachsen: Marcel und Doris Vollenweider sowie ihre Söhne Raphael und Fabian vermarkten alles selber, was sie auf ihrem Bauernhof produzieren. Dafür haben sie den bisherigen kleinen Verkaufsstand in Benzenschwil massiv erweitert und zu einem bedienten Laden für Fleisch, Gemüse, Früchte, Brot und Milchprodukte ausgebaut.

Den Strom für die Verarbeitungs- und Kühlgeräte liefert eine Photovoltaikanlage auf dem Dach, Wärme wird zurückgewonnen, um damit zu heizen, und auch sonst wird auf Ökologie gesetzt. «Einiges ist Neuland und wir müssen Erfahrungen sammeln», sagt die Familie Vollenweider, «aber das Ganze ist gut angelaufen und funktioniert.» Wie alle Lebensmittel verarbeitenden Betriebe wird auch die Lindenhof-Direktvermarktung vom Lebensmittelinspektor kontrolliert.

Generationengemeinschaft

Nicht zuletzt die geregelte Nachfolge durch die Söhne Raphael und Fabian, welche an der Generationengemeinschaft beteiligt sind und aktiv mitarbeiten, haben Marcel und Doris Vollenweider bewogen, auf dem eingeschlagenen Weg nicht nur weiterzugehen, sondern die Direktvermarktung massiv auszubauen.

Neben dem grosszügigen Verkaufsladen stehen jetzt neue Räumlichkeiten für die Verarbeitung von Milch zu Pastmilch und Joghurt, für das Backen von Brot, das Rüsten von Gemüse, das Verpacken von Fleisch und die Herstellung weiterer Angebote wie Salatsaucen, Sirupe oder Konfitüren zur Verfügung. Hinzu kommen separate Kühlräume für Fleisch und Gemüse. Wo nötig und sinnvoll, wird die Zusammenarbeit in der Region gesucht: Das Mehl für die Backwaren wird in der Bachtalmühle in Sins gemahlen. Das Brot wird tagsüber gebacken, wenn die Photovoltaikanlage den Strom für die Öfen liefert.

Möglichst ökologisch

Ökologie ist den Vollenweiders wichtig. Die Tiere werden bei gesundheitlichen Störungen nach Möglichkeit homöopathisch behandelt. Alle Erzeugnisse des Hofes, der knapp 22 Hektaren misst, werden nach Anforderungen des ökologischen Leistungsnachweises produziert. 32 Kühe geben Milch, 120 Mastschweine stehen in Ställen mit Auslauf, schliesslich legen 480 Legehennen Eier. Auf 50 Aren werden Erdbeeren und Gemüse gezogen, auf 60 Aren reift Obst – von Kirschen bis zu Zwetschgen – heran.

«Direktvermarktung ist interessant», stellt Marcel Vollenweider fest, «aber auch eine grosse Herausforderung.» Zwar kann der Hof von einer guten Verkehrslage profitieren, «doch das allein genügt nicht», wie Doris Vollenweider ergänzt. «Das Umfeld und das Angebot müssen stimmen.» Nur so stelle sich mit der Zeit eine treue Stammkundschaft ein. Mit dem Neubau kann diese nun noch mehr von frischen Produkten direkt ab Hof profitieren.

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