Muri

Der Löwen wacht über die Bewohner

Die Pflegi Muri kann nach zwei Jahren Bauzeit ihr neues Gebäude, den Löwen, in Betrieb nehmen und mit mehr Platz den Bedürfnissen der Bewohner besser nachkommen.

Es ist ein Freudentag. Christoph Käppeli, Vizepräsident des Vereins Pflegi Muri, freut sich mit den Bewohnern, den Angehörigen, Nachbarn und Mitarbeitern, dass er das neue Gebäude nun dem Betrieb übergeben kann. Ganz im Sinne des symbolträchtigen, mosaikartigen Bildes der Künstlerin Isabelle Krieg über der Eingangstür. Es stellt nämlich den Querschnitt einer Nabelschnur dar. Für den Löwen ist es Zeit, sich abzunabeln und seinen Betrieb aufzunehmen und den Bewohnern ein neues Daheim zu bieten, wo sie sich wohl und geborgen fühlen können.

«Nun strahlt er, der Löwen, nach zwei Jahren Bauzeit, 46 Baukommissionssitzungen und der Erteilung der Baubewilligung ohne eine einzige Einsprache», erklärt Käppeli stolz. Am selben Ort, wo jetzt der Löwen thront, stand schon mal ein Gasthaus, der Alte Löwen. Jetzt beherbergt der Neue Löwen wieder Menschen, diesmal Bewohner der Pflegi Muri. Käppeli betont: «Was hier gebaut wurde, musste zum Wohl der zukünftigen Bewohner sein, ein angenehmes Arbeitsklima bieten und schliesslich auch noch bezahlbar sein.»

Grosse Anspannung vor dem Umzug

Für die meisten der Bewohner, die umziehen müssen, sei eine gute Lösung gefunden worden, der Prozess sei noch im Gange, aber die Sozialberaterinnen hätten hervorragende Arbeit geleistet und mit jedem Pflegibewohner nach einer individuellen Lösung gesucht. Manche hätten sogar schlaflose Nächte gehabt, so gross sei die Aufregung wegen des bevorstehenden Umzugs gewesen. Anna Maria Karli, 88, durfte symbolisch und stellvertretend für alle Bewohner ein Löwen-Brot und Salz entgegennehmen. «Ich habe bereits ein Musterzimmer gesehen, es hat mir sehr gut gefallen, ich darf am Dienstag zügeln und freue mich. Die Frau, die uns jeweils vorliest, hat mir beim Packen geholfen.»

Käppeli betont, dass es das Kernanliegen an den Neubau gewesen sei, durch die neuen Räumlichkeiten die Möglichkeit zu schaffen, dass die Mitarbeiter weniger unnötige Arbeiten erledigen müssten und dafür mehr Zeit für die Bewohner hätten. Das Angebot der Pflegi sei nicht ausgebaut, sondern erhalten geblieben. Es stünden nicht mehr Betten zur Verfügung, dafür mehr Einzelzimmer, um den individuellen Bedürfnissen der Bewohner gerecht zu werden. Die Räume seien hell und grosszügig und sehr funktional eingerichtet.

Robert Leuenberger, 95, und Lisbeth Hüppi, 77, sind sich einig: «Uns gefällt die grosse Stube und der Loggia ähnliche Balkon, aber die Zimmer sind noch sehr steril und müssen erst beseelt werden.»

Auch Mitarbeiterin Rita Dahinden, 55, Fachfrau Aktivierung, freut sich. «Die Anspannung der Bewohner war spürbar, letzten Donnerstag war es dann soweit und wir konnten umziehen. Ich denke, es braucht jetzt einfach Zeit, bis sich alle wieder in ihren neuen vier Wänden eingefunden haben.»

Nach den offiziellen Ansprachen und der Schlüsselübergabe durch Thomas Räber, Präsident der Baukommission, an Thomas Wernli, Direktor der Pflegi Muri, wurde das neue Gebäude ökumenisch eingesegnet. Pfarrer Andreas Zimmermann und Pfarrerin Bettina Lukoschus nahmen ihre Aufgabe sehr ernst und segneten das Gebäude aussen wie innen, sogar die anwesenden Gäste bekamen noch eine kleine Abkühlung mit Weihwasser.

Nach Bau und Umzug soll jetzt gemäss Direktor Wernli «die hoffentlich längste Etappe» folgen – und zwar das allerwichtigste: das tägliche Leben im Neubau.

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