Radsport

Der Murianer Miro Schmid kämpft für seinen Traum vom Start an der Heim-WM

Der 16-jährige Miro Schmid absolviert neben seinen vielen Trainings die Lehre zum Fahrradmechaniker.

Der 16-jährige Miro Schmid absolviert neben seinen vielen Trainings die Lehre zum Fahrradmechaniker.

Nach einer starken Rennsaison 2020 ist Miro Schmid aus Muri nun auf dem besten Weg zur Nomination in das U19-Nationalkader.

Dem Autor gegenüber sitzt ein selbstbewusster junger Sportler. Man könnte ihn auch älter einschätzen. Auffallend am 16-jährigen Miro Schmid ist die Leidenschaft, die aus seinen Schilderungen zu entnehmen ist. Mit dieser Tugend und seinem enormen fahrerischen Potenzial gewann er im August beim späten Saisonstart sein erstes nationales Rennen bei der U17. Dieser Effort kommt einer Initialzündung gleich und ist ein Meilenstein in seiner noch jungen Karriere. «Da habe ich gemerkt, dass ich an der Spitze angekommen bin». Die Bestätigung lässt nicht lange auf sich warten. In den weiteren Rennen reiht er sich jeweils vorne ein. Schliesslich wird er in der Jahreswertung nur vom gleichaltrigen Gippinger Jan Christen geschlagen. Auch an den U17-Schweizer-­Meisterschaften, fünf Wochen später, liefert er. Diesmal gewinnt er die Bronzemedaille.

Verblüffend an diesen Resul­taten ist, dass Schmid erst in seiner dritten Radrennsaison steckt. Zuvor versuchte er sich an Sportarten wie Klettern, Fussball oder Orientierungslauf. Erst auf dem Rennrad ist bei ihm der Funke übergesprungen. Nicht optimal lief es ihm in der Rennsaison 2019. Dort bezahlte er Lehrgeld. Gleich mehrere Stürze machten ihm einen Strich durch die Rechnung, was schlechtere Resultate mit sich brachte. Als Folge davon verlor er den Status als Juniorennationalkader-Fahrer.

Eine Starke Leistung am Talentsichtungstag

Nun hat sich das Blatt glücklicherweise wieder gewendet. Die Chancen stehen gut, dass Schmid im November in die U19-Nationalmannschaft aufgenommen wird. Beim Talentsichtungstag von Swiss Cycling hinterliess er nämlich einen bleibenden Eindruck. Dank starken Leistungen bei verschiedenen Tests macht er sich berechtigte Hoffnungen für die Nomination.

Im gleichen Atemzug würde er die Swiss Olympic Talent Card erhalten. Diese würde ihm die Tore für eine spätere Profilaufbahn öffnen. «Es sieht gut aus. Ich hatte null Fehler beim Parcours und beim Bergfahren eine super Zeit. Nach der Rückstufung im Vorjahr waren die Nominierung für die U19-Nationalmannschaft und gute Resultate bei den Strassenrennen meine grossen Saisonziele», sagt der Murianer. Zurzeit absolviert Miro Schmid in Zug im Vollpensum das erste Lehrjahr als Fahrradmechaniker.

Harter Alltag mit Trainings in der Mittagspause

Angedacht ist, dass er ab dem zweiten Lehrjahr sein Pensum auf 80 Prozent herunterschraubt. Während der Saison sieht sein Tagesprogramm folgendermassen aus: «Nach dem Aufstehen um sechs Uhr begebe ich mich mit dem Fahrrad nach Zug an den Arbeitsplatz. In der Mittagspause sind Lauftrainings oder einige Sprints mit dem Rad angesagt. Am Abend fahre ich mit einer Zusatzrunde nach Hause», erklärt Schmid. Um 22 Uhr sei bei ihm Nachtruhe angesagt.

Zusätzlich absolviert er einmal in der Woche eine Einheit mit seinem Verein, dem RMV Cham Hagendorn. Dazu sagt er: «Dieses Training macht extrem Spass. Da kann ich U23- und U19-Fahrern hinterher jagen.» So zu leben sei zwar recht hart, gefalle ihm aber gut. Er sei glücklich, dass er sich für diesen Weg entschieden habe, ergänzt er. Betreut wird er hauptsächlich von seinem Vater und von Personen seines Vereins.

Sein Vorbild Marc Hirschi motiviert ihn

Auf sein Vorbild und seine sportlichen Ziele angesprochen, erzählt Schmid: «Mein Vorbild ist Marc Hirschi. Mit ihm habe ich mich im Winter bei einem Fotoshooting in Grenchen unterhalten und ein Bild gemacht. Für mich ist er als U23-Weltmeister eine Riesenmotivation. Mein sportliches Ziel ist es, in der nächsten Saison wieder im Rennen um den Titel mitzufahren und international Fuss zu fassen. Langfristig ist es die Radweltmeisterschaft 2024 in Zürich. Da möchte ich beim Heimrennen bei der U23 dabei sein.»

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