Bünzen

Der Preis für die vorbildliche Restaurierung hat Vorbildcharakter

Kirchenpflegepräsidentin Cäcilia Schriber nimmt den Schweizer Denkmalpreis 2015 aus den Händen von Peter Omachen entgegen.

Kirchenpflegepräsidentin Cäcilia Schriber nimmt den Schweizer Denkmalpreis 2015 aus den Händen von Peter Omachen entgegen.

Schweizer Denkmalpfleger zeigen sich beeindruckt von der heutigen Pfarrkirche St. Georg und Anna. Bei der umfassenden Renovierung wurde auch die einzigartige, bauzeitliche Trompe-l’oeil-Malerei, die 1931 weitgehend verloren ging, rekonstruiert.

Mit dem Schweizer Denkmalpreises erlangt die katholische Pfarrkirche St. Georg und Anna in Bünzen ihre verdiente nationale Beachtung. Das sagte der Aargauer Kulturdirektor Alex Hürzeler an der Übergabe des Preises, welcher von der Konferenz der Schweizer Denkmalpflegerinnen und Denkmalpfleger für die ausgezeichnete Innenrestaurierung der Kirche vergeben wurde. Bei der umfassenden Renovierung wurde auch die einzigartige, bauzeitliche Trompe-l’oeil-Malerei, die 1931 weitgehend verloren ging, rekonstruiert.

Endlich wieder «festlich und elegant» komme die die älteste, neugotische Kirche des Freiamts daher, freute sich Reto Nussbaumer, Denkmalpfleger des Kantons Aargau, über die gelungene Renovierung.

Die Kirche habe seit ihrer Erbauung 1860 verschiedene Kleider, von sehr bunt bis weiss, getragen. Die Kirche, die am umfassendsten erhaltene des bekannten Architekten Caspar Joseph Jauch, war zuletzt allerdings vom Grauschleier und von Schimmelbefall arg in Mitleidenschaft gezogen.

Die bautechnische Notwendigkeit zur Entfernung der weissen Farbe, welche den Feuchtigkeitsaustausch verhinderte, war der Auslöser, sich auch über die Gestaltung des Kirchenraumes grundsätzlich Gedanken zu machen.

«Aus denkmalpflegerischer Sicht erwies es sich als glückliche Fügung, dass sich in der Sakristei und hinter dem Orgelprospekt einzelne Fragmente der originalen Malerei erhalten hatten», stellte Nussbaumer fest.

Zusammen mit historischen Fotografien bildeten sie die Grundlage, die illusionistische Architekturmalerei zu rekonstruieren und die heutige Gestaltung zu realisieren. «Ich habe als Denkmalpfleger selber Freude, wie das Werk gelungen ist.»

Einmalige Gelegenheit

Was zuerst als reine bautechnische Angelegenheit erschien, wurde zur einmaligen Gelegenheit, die Kirche in den Urzustand zu führen – eine spannende Herausforderung für die Tripol-Architekten AG, Luzern, wie Architekt Daniel Schumacher ausführte.

Er zeigte sich, genauso wie Nussbaumer, glücklich, in der Kirchenpflege und in der Baukommission auf offene Partnerinnen und Partner gestossen zu sein. Zudem hätten die Handwerker hervorragende Arbeit geleistet.

Genau dieses Zusammenspiel ist denn auch der Grund für die Verleihung des Schweizer Denkmalpreises, wie Peter Omachen von der Konferenz der Schweizer Denkmalpflegerinnen und Denkmalpfleger (KSD) erklärte.

«Der Preis wird jeweils an eine Restaurierung mit Vorbildcharakter verliehen.» Bei der Restaurierung der Pfarrkirche Bünzen hätten alle Beteiligten sehr gut zusammengearbeitet, entsprechend überzeugend präsentiere sich heute das Resultat.

Wertvolle Anerkennung

Sichtlich erfreut über die wertvolle Anerkennung nahm Cäcilia Schriber, Präsidentin der Kirchenpflege Bünzen, den Denkmalpreis, entgegen. «Es waren viele Kräfte notwendig, um diese auch kostspielige Restauration zu einem glücklichen Ende zu führen», stellte sie fest.

Die Abklärungen, Vorbereitungen, Besichtigungen und Berechnungen, die sich fast zehn Jahre lang hingezogen haben, hätten sich jedoch gelohnt. Mit der Kreditsprechung hätten die Bünzerinnen und Bünzer schliesslich auch gezeigt, dass sie hinter ihrer Kirche stehen.

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