Kelleramt

Der Schüürball fällt dem Corona-Virus zum Opfer – doch eine Welle der Solidarität rettet den Sumpfern das Wochenende

Die Guggenmusiken Näbelgeischter Jonen und Stiefliryter Muri spielen für die Sumpfer-Stilzli Kelleramt

Die Guggenmusiken Näbelgeischter Jonen und Stiefliryter Muri spielen für die Sumpfer-Stilzli Kelleramt

Nach der Absage des Schüürballs muntern befreundete Guggen die Sumper-Stilzli wieder auf.

Drei Tage lang krampften die Mitglieder der Guggenmusik Sumpfer-Stilzli Kelleramt, um den legendären Schüürball vorzubereiten. Alles vergebens: Der Ball konnte nicht durchgeführt werden. Die Enttäuschung war riesig. Dank einer unglaublichen Welle der Solidarität konnten die meisten dann aber doch noch versöhnlich mit der Saison abschliessen.

Bereits am Dienstag begannen die Arbeiten für den Schüürball. Für die Fasnachts-Party wurden ein Zelt, eine Drehbühne, verschiedene Bars und Unmengen an Dekoration aufgestellt. Schliesslich sollte die Turnhalle auch aussehen wie eine «Schüür». Dafür krampften die über 50 Mitglieder der Guggenmusik Sumpfer-Stilzli und Helfer anderer Vereinen die ganze Woche. Bis am Freitag gemeinsam mit den Behörden entschieden wurde, dass Kinderfasnacht, Knackerball und Schüürball abgesagt werden müssen – der Corona-Virus hatte den Fasnächtlern einen Strich durch die Rechnung gemacht. 

Die Enttäuschung war riesig. Einerseits bei den Gästen, die zum Teil auf Facebook monierten, man hätte doch den Schüürball auch mit 1000 Gästen durchführen können. Doch alleine mit Guggenmusiken und Helfern sind um die 850 Personen im Einsatz. Undenkbar, den Einlass nach 150 Gästen zu schliessen. Die Absage war für die Sumpfer Stilzli selbst am bittersten. Sie mussten bereits am Freitag wieder einen Teil jenes Materials abräumen, das sie noch am Vorabend unter grosser Anstrengung herangeschafft hatten. 

Aufbau Schüürball

Aus dem Archiv: So wurde die Turnhalle für den Schüürball 2019 hergerichtet

     

Gegen Ende des Abends kamen dann die Hächle-Gugger aus Hägglingen vorbei und überraschten die Sumpfer-Stilzli ein erstes Mal: Sie brachten Bier und Kafi Schnaps zur Stärkung mit, und da die beiden Vereine in dieser Saison bereits einige gemeinsame Auftritte bestritten haben, reisten einige Sumpfer-Stilzli spontan mit den Hächlern nach Affoltern, wo sie am Ball der Säuligugger gemeinsam auf der Bühne standen. 

Auch viele andere Guggenmusiken aus der Region wollten helfen und boten an, beim Aufräumen mit anzupacken. Die Stiefeliryter aus Muri organisierten sogar innert kürzester Zeit ein Fest. Auch das lokale Gewerbe zog mit und unterstützte das Vorhaben, und so wurde dank dem Einsatz der Bäckerei Kreyenbühl, der Metzgerei Marti und vieler Stiefeliryter am Samstagabend doch noch angestossen. Auch die Näbelgeischter aus Jonen kamen vorbei, und keiner der drei Vereine liess es sich nehmen, die Instrumente für einen letzten Auftritt auszupacken. «Die Unterstützung, die wir an diesem Wochenende erfahren durften, ist einfach nur grandios. Ich kann nur tausend Mal danke sagen, es ist überwältigend», fasste Patrick Staub, Präsident der Sumpfer-Stilzli, die Stimmung am Ende des Abends zusammen.

Am Sonntag mussten die Guggenmusiker dann den zweiten Teil der Abräumarbeiten in Angriff nehmen, und auch da wurden sie noch unterstützt: Die Gemeinde Unterlunkhofen spendierte Nussgipfel. 

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