Bremgarten

Der Trompeter, der gerne Verantwortung übernimmt: Dieser Politiker überrascht

Cyril Lilienfeld fühlt sich wohl in seiner Wahlheimat Bremgarten, wo er schon einiges bewegt hat.

Cyril Lilienfeld fühlt sich wohl in seiner Wahlheimat Bremgarten, wo er schon einiges bewegt hat.

Cyril Lilienfeld, Präsident der Bremgarter Orts-FDP, kandidiert für den Grossrat – der 36-Jährige will sich nicht nur für den Kanton, sondern auch für Bremgarten engagieren.

Auf der Bremgarter Holzbrücke wartet ein junger Mann in Jeans und T-Shirt auf die Redaktorin und nicht wie erwartet ein Mann im Businesslook. Schliesslich arbeitet Lilienfeld als Leiter Analyse und Politik beim Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund. Überhaupt überrascht der Politiker einen immer wieder. So spielt er begeistert bei einer Guggenmusik die Trompete und verbringt die wenige Freizeit gerne in den Bergen.

Sein Vater sei jüdischen Glaubens, er hingegen sei konfessionslos, erzählt er später. Dass er beim Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund arbeite, sei einem Zufall geschuldet. Eine ehemalige Vorgesetzte vermittelte ihm die Stelle.

Von links zu den Liberalen

Dass er sich politisch engagiert, das zeichnete sich bereits früh ab. «Ich war schon als Teenager am Weltgeschehen interessiert und habe mich stets informiert», erzählt er.

Und so verwundert es nicht, dass er Geschichte und im Nebenfach Medien- und Kommunikationswissenschaften wählte. Als Student habe er sich eher dem linken Spektrum der Politik verpflichtet gefühlt. Doch je länger das Studium in Fribourg dauerte, desto mehr habe er gefallen am liberalen Gedankengut gefunden. Nach Praktika im Bereich Kommunikation und als wissenschaftlicher Mitarbeiter trat er die Stelle beim Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund in Zürich an. Als Leiter Politik und Analyse zeichnet er unter anderem für die Herausgabe des Antisemitismusberichtes verantwortlich. Nach der Heirat und dem Umzug nach Bremgarten stand seinem Engagement in der FDP-Ortspartei nichts mehr im Wege.

Dem Motto «ganz oder gar nicht» fühlt sich der 36-Jährige verpflichtet. Er übernehme gerne Verantwortung und engagiere sich, sagt er. So war er die vergangenen Jahre in verschiedenen Vorstandsfunktionen bei der Guggenmusik Säuligugger aus Affoltern aktiv. Dem Säuliamt, wo er gemeinsam mit drei Geschwistern aufwuchs und die Schulen besuchte, fühlt er sich nach wir vor verbunden. Seinem Motto «man kann sich nur einbringen, wenn man sich engagiert» verpflichtet, trat er bald nach seinem Umzug nach Bremgarten die Nachfolge von FDP Ortsparteipräsident Stefan Hausherr an.

Auch mal über den eigenen Schatten springen

«Ich vertrete ein liberales freiheitliches Gesellschaftsbild», umreisst er seine politische Haltung. Dazu zählt für ihn eine Wirtschaft, die kleinen und mittleren Unternehmen wenig bürokratische Hürden stellt. Medial in Erscheinung trat er in der Diskussion um das Bremgarter Budget. Und nun kandidiert er mit dem Motto «für eine lösungsorientierte Sachpolitik» auf dem Listenplatz neun der FDP. Diesen Wahlkampf versteht er als erstes Herantasten und sammeln von Erfahrungen. Dass es anstrengend ist und einen langen Schnauf braucht, das habe er bereits erfahren, bestätigt er lachend.

Das schliesst für den Politiker nicht aus, dass er einst für einen Platz im Stadtrat kandidieren könnte. Als Volksvertreter werde er sich «pragmatisch und lösungsorientiert einsetzen und sicher keine Probleme suchen, wo es keine gibt», sagt er. Für ihn gelte, dass man jedes Geschäft wieder von neuem prüfe und wenn man es für gut befinde, auch mal über seinen eigenen Schatten springe.

Die Grossratskandidaten des Bezirks Bremgarten:

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