Hermetschwil

Die Derniere: Letzte «Gmeind» im Reusstaldorf

Ausklang in der Lokalpolitik: Das letzte Abstimmungsprozedere im Gemeindesaal Staffeln. sl

Ausklang in der Lokalpolitik: Das letzte Abstimmungsprozedere im Gemeindesaal Staffeln. sl

Nur gerade 49 der 765 Stimmberechtigten besuchten die lokalgeschichtsträchtige Gemeindeversammlung in Hermetschwil-Staffeln. Zum letzten Mal vor der Fusion mit Bremgarten im kommenden Jahr tagten die Hermetschwiler im eigenen Dorf.

An der Einwohnergemeindeversammlung im Gemeindesaal Staffeln war leise Wehmut auszumachen. Zum letzten Mal hat die «Gmeind» im Dorf getagt – bekanntlich wird Hermetschwil-Staffeln 2014 zu einem Ortsteil von Bremgarten.

Am 12. Dezember in Bremgarten

Laut Gemeindeammann Roger Heiss wird am 12. Dezember dieses Jahres in Bremgarten eine zweiteilige Gemeindeversammlung stattfinden. Im Casino befinden die Bewohner von Bremgarten und von Hermetschwil-Staffeln gemeinsam über das Budget 2014.

Anschliessend zügeln die Hermetschwiler in den nahen Bremgarter Reussbrückesaal zur Besprechung der letzten lokalen Versammlungsgeschäfte. Zum Schluss wird im Casino dann ein gemeinsamer Apéro ausgeschenkt.

Radweg-Streit beigelegt

Der heftige Konflikt zwischen dem Kanton Aargau und der Einwohnergemeinde Hermetschwil-Staffeln um den geplanten, von den Dorfbewohnern seit Jahren gewünschten Rad- und Gehweg an der Stafflerstrasse ist aus der Welt geschafft. Die Gemeinde darf den 350 Meter messenden Weg zum Restaurant Waldheim nun doch bauen.

Die Kantonsvertreter und die Gemeindebehörde einigten sich auf eine Kompromisslösung. Zum einen muss der Weg aus Sicherheitsgründen 2,5 Meter breit ausfallen und nicht nur 1,5 Meter, wie es die Gemeinde gewollt hat.

Zum andern muss der Abstand des neuen Wegs zum Wald nun doch nicht 2 Meter betragen, sondern lediglich 30 Zentimeter gross sein. «Jetzt ziehen wir unsere Beschwerde beim Regierungsrat zurück», sagte Roger Heiss, «und passen unser Projekt an.»

Der Weg soll möglichst bald realisiert werden. Wegen der auf 2,5 Meter fixierten Breite wird die Erstellung rund 45 000 Franken mehr kosten: 166 000 statt 121 000 Franken. Die Finanzierung ist ausschliesslich Sache der Gemeinde, der Kanton zahlt keinen Beitrag an den Rad- und Gehweg.

Sonderpreis für die Elektra

Die Elektra Hermetschwil darf das ehemalige Postlokal beim Dorfladen Staffeln für 60 000 Franken kaufen. Dies beschloss die «Gmeind» einstimmig. Der Gemeinderat hatte den Kaufpreis auf 76 000 Franken angesetzt, die Versammlung senkte ihn auf 60 000 Franken.

Der Nachlass wurde der Elektra gewährt, weil sie sehr viel für die Rettung des einzigen Dorfladens unternommen hat. An einer ausserordentlichen Versammlung im August befinden die Elektra-Genossenschafter endgültig über den Kauf des Postlokals.

Im Weiteren sagte die Versammlung einstimmig Ja zu einem Einbürgerungsgesuch der deutschen Staatsangehörigen Bianca Meiner sowie zur Verwaltungsrechnung 2012 und zu zwei Kreditabrechnungen. Auch vier Strassensanierungen zu einem Gesamtpreis von gut 300 000 Franken fanden deutlich Zustimmung.

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