Schwingsport

«Die Frauen haben sehr viel Ehrgeiz gezeigt»: Das war das 2. Frauenschwinget in Uezwil

Wie die Männer geben im Sägemehlring auch die Mädchen und Frauen alles. Bilder: Toni Widmer

Wie die Männer geben im Sägemehlring auch die Mädchen und Frauen alles. Bilder: Toni Widmer

Das 2. Frauenschwinget in Uezwil wurde auch von Kennern aus der Männerszene verfolgt – sie waren von den Leistungen beeindruckt.

Der 87-jährige Buchser Heinrich Senn hat in jungen Jahren selber geschwungen und war später lange Jahre Kampfrichter. Den Frauenschwinget in Uezwil hat er vom ersten bis zum letzten Gang verfolgt: «Ich sah bereits bei den Jüngsten einige Fortschritte. Sie können doch schon einige Schwünge richtig anwenden», zog er am Abend eine positive Bilanz.

Die älteren Jahrgänge hätten ihn noch mehr beeindruckt: «Hier ist das technische Niveau spürbar gestiegen. Was mir imponiert, ist der tolle Ehrgeiz, mit dem die Frauen ans Werk gegangen sind.» Er sei, sagte Senn weiter, zwar nach wie vor «kein wahnsinniger Fan» des Frauenschwingens, aber es habe schon seine Berechtigung. «Der Tag hier hat mir als Zuschauer Freude bereitet. Ich habe ein paar ganz schöne Gänge gesehen.» Bei den Kurzzügen müssten die Frauen aber noch länger dranbleiben: «Sie lönd eifach z’schnell los.»

Bei den Zwergli gab es auch gemischte Paarungen, hier sind 6- bis 9-jährige Meitli sowie 6- und 7-jährige Buben startberechtigt.

Bei den Zwergli gab es auch gemischte Paarungen, hier sind 6- bis 9-jährige Meitli sowie 6- und 7-jährige Buben startberechtigt.

«Fortsetzung ist sicher nicht ausgeschlossen»

Zufrieden waren am Abend auch die Organisatoren. Vorab Patrick Michel vom Restaurant Traube Küttigen. Das Uezwiler Schwingfest wurde 2018 zum 40-Jahr-Jubiläum auf dem familieneigenen Hof in Uezwil lanciert: «Schön, einfach wunderbar. Mein im Februar verstorbener Vater Beat wäre stolz auf uns. Bei der Premiere hat das Wetter nicht mitgespielt, jetzt hat es gepasst. Es sind sicher 600 bis 700 Leute auf dem Platz. Von den Schwingerinnen habe ich viele Komplimente für die Organisation und die Atmosphäre bekommen.» Mit verschiedenen Anpassungen sei es gelungen, eine richtige Arena aufzubauen, und das hätten Teilnehmerinnen und Publikum goutiert.

Melissa Suchet (l.), Grandvillard, und Tanja Widmer, Affoltern, teilten sich bei den Meitli 1 den Festsieg.

Melissa Suchet (l.), Grandvillard, und Tanja Widmer, Affoltern, teilten sich bei den Meitli 1 den Festsieg.

«Heute verspreche ich gar nichts. Erst muss ich da mal ein paar Nächte darüber schlafen», sagte OK-Präsident Rolf Müller auf die Frage, ob es auch ein drittes Uezwiler Frauenschwingen geben werde. «Eine Fortsetzung», fügte er aber umgehend an, «ist sicher nicht ausgeschlossen. Vor allem nach diesem wirklich schönen Publikumserfolg.» Ein solches Fest, erklärte Müller, sei aber recht arbeitsintensiv und lasse sich ohne grosszügige Sponsoren nicht finanzieren.

Zufrieden mit dem Anlass zeigte sich auch die einzige weibliche Kampfrichterin, Nicole Kurmann: «Die Beteiligung an den Festen steigt und das Niveau wird immer höher. Schön wäre, wenn auch die Zuschauerzahlen mit dieser positiven Entwicklung noch vermehrt Schritt halten würden.»

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Toni Widmer

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