Tägerig

Die grosse Ausnahme: Eine Wahl bei der Spannung aufkam

In mehreren Freiämter Gemeinden standen Ersatzwahlen an. In den meisten Fällen aber nur mit einem Kandidaten – nicht so in Tägerig.

Noch nie wollten so viele in den Nationalrat. Schweizweit kandidierten 4600 Personen für die 200 Sitze . Das konträre Bild auf der Gemeindeebene. Hier können die Gemeinden froh sein, wenn sich überhaupt eine kompetente Person finden lässt, die im Gemeinderat Platz nehmen will.

Dies zeigte sich auch bei den Ersatzwahlen, die dieses Wochenende in einigen Freiämter Gemeinden über die Bühne ging. In Waltenschwil trat einzig Jörg Ackermann an, in Boswil nur Roman Bamert, in Bünzen Sandra Meier-Straubhaar, in Geltwil Beat Wenger, in Besenbüren Pascale Schneider und in Niederwil Norbert Ender. Die logische Folge: Fast alle wurden klar gewählt. Nur Pascale Schneider muss in den zweiten Wahlgang.

Zweite Kandidatur aus heiterem Himmel

Auch in Tägerig zeichnete sich bis vor wenigen Wochen dieses Szenario ab. Innerhalb der Anmeldefrist hatte sich nur Patrick Oldani (CVP) gemeldet. Auf ihn hatten sich die Ortsparteien CVP/GLP und SP geeinigt, und die SVP wollte sich raushalten. Eine Wahl ohne Auswahl ging aber Daniela Zehnder gegen den Strich. Und so fing die Parteilose an, Flyer zu verteilen und sich als Kandidatin ins Spiel zu bringen.

«Ich hatte schon im Hinterkopf, dass ich zu spät in den Wahlkampf eingestiegen bin», sagt Daniela Zehnder. Sie habe zu lange mit einer Kandidatur gezaudert und dadurch die fristgerechte Einreichung ihrer Kandidatur verpasst. Doch als sie hörte, dass nur eine Person kandidiert, stieg sie doch noch in den Wahlkampf ein. Gereicht hat es der 44-Jährigen dennoch – zumindest für den zweiten Wahlgang.

Ihr Gegenkandidat Patrick Oldani (CVP) verpasste das absolute Mehr um 9 Stimmen. Für ihn waren 212 Stimmbürger von Tägerig, Daniela Zehnder erhielt 183 Stimmen. Freude bei Zehnder, Konsternation bei der CVP. «Ich bin enttäuscht und überrascht, dass Patrick Oldani nicht im ersten Wahlgang gewählt wurde», sagt Helena Zimmermann, Präsidentin CVP Tägerig.

«Ich bin überzeugt, dass Patrick Oldani die richtige Wahl für Tägerig wäre.» Vor allem angesichts der angespannten finanziellen Lage, in der sich die Gemeinde befinde. «Offenbar wählten die Stimmbürger nicht nur nach Kompetenz, sondern auch nach Sympathie», sagt Zimmermann weiter.

Die Ortsparteien von Tägerig werden nun nochmals zusammensitzen und «schauen, was das Beste für unser Dorf ist». Im Raum steht auch ein Rückzug der Kandidatur von Patrick Oldani. Vor allem dann, wenn die SVP sich hinter die Kandidatur von Daniela Zehnder stellt. Helena Zimmermann betonte: «Wir wollen keinen kompetenten Kandidaten verheizen.»

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Autor

Fabio Vonarburg

Fabio Vonarburg

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