Ein Blick in den Festführer sagt alles: Bettwil weiss, wie man feiert (www.bettwil.ch). Das Titelblatt der Festschrift zeigt eine Glasscheibe, die sogenannte Gesellschaftsscheibe, von 1561. Darauf sind die Vorsteher der Gemeinde abgebildet, die als frohe Tafelrunde unter freiem Himmel sitzen und schlemmen. Im Hintergrund zielt ein Beamter mit einem grossen Stein auf ein Eichhörnchen im Geäst einer Tanne. Das sei wohl eine Anspielung auf das gespannte Verhältnis der alten Bettmeler zu ihrem Sarmenstorfer Pfarrer, der Eichhorn hiess und sich weder durch katholische Glaubenstreue noch durch Sittenreinheit ausgezeichnet haben soll, wie man der Website der Gemeinde entnehmen kann.

In der höchstgelegenen Gemeinde des Kantons Aargau – darum auch der Claim des Gemeindelogos: «top of argovia» –, da weiss man eben noch, wo Gott hockt; man sitzt ihm beim Feiern ja auch etwas näher als der Rest des Freiamts und des ganzen Kantons. Auf Seite zwei der Festschrift dann auch gleich ein paar Geschenkideen, die die Kulturkommission Bettwil als Mitbringsel vom Lindenberg empfiehlt: Weine aus dem Sortiment der Joba Weine GmbH und den Wandkalender «Bettwil», den es im Volg zu kaufen gibt.

Sie feiern also nicht nur feste, sie arbeiten auch so, die Bettmeler. «Wir sind schon stolz auf unser Gewerbe», bestätigt OK-Mitglied und Gemeinderat Marcel Huber, der zusammen mit Marianne Weber und OK-Präsident Michel Greber für die Organisation des grossen Festes verantwortlich zeichnet. «Darum haben wir in unsere 1125-Jahr-Feier auch eine Gewerbeausstellung integriert.» In Bettwil entstehen nicht nur exquisite Küchen und erlesen «Huusgmacht’s», im Dorf werden auch Motorräder veredelt, Elektroinstallationen gemacht und mit allem gehandelt, was das Leben genussreich und gesünder macht. Hinzu kommt ein reichhaltiges Kultur- und Sportangebot, das sich am Samstag ebenfalls auf verschiedenen Schauplätzen präsentieren darf.

«Es ist wirklich für jeden etwas dabei», freut sich Huber und betont, dass dieses Fest nicht nur für aktuelle und Heimweh-Bettwiler gedacht ist, sondern auch für Auswärtige eine gute Gelegenheit bietet, die höchste Aargauerin einmal persönlich kennenzulernen. «Viele kennen unser Dorf doch höchstens vom Durchfahren. Dabei hat es so viel zu bieten», sagt Huber, der seit fünf Jahren in Bettwil lebt und sich nun kein anderes Zuhause mehr vorstellen kann. Wer den 1. Preis beim Wettbewerb gewinnt, darf sich Bettwil sogar aus der Vogelperspektive anschauen.