Sarmenstorf
Die Nester sind bereit: «Wir hoffen auf ein dominantes Storchenmännchen»

Die Störche sind im Anflug, deshalb wurden die Horste im Moos für die neue Saison aufgefrischt.

Toni Widmer
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Ein Storchennest wird mit frischen Ästen wieder wohnlich gemacht.

Ein Storchennest wird mit frischen Ästen wieder wohnlich gemacht.

Toni Widmer

«Ich denke, sie sind in etwa fünf Wochen wieder da», sagt der Sarmenstorfer Storchenvater Marco Stettler. Mittlerweile ist er überzeugt, dass auch dieses Jahr wieder mindestens einer der drei Horste besetzt sein wird, den er mit seinen Kolleginnen und Kollegen 2016 im Moos beim Birkenhof aufgestellt hat. Mit durchschlagendem Erfolg: Schon im ersten Jahr hat dort ein Storchenpärchen gebrütet. Die Jungen sind damals allerdings der ungünstigen Witterung zum Opfer gefallen. Das Paar ist im Frühling darauf jedoch zurückgekehrt und hat drei Jungstörche aufgezogen, 2018 waren es dann sogar vier junge Störche in Sarmenstorf.

Die engagierte Sarmenstorfer Storchenclique hofft nun, dass dieses Jahr zusätzlich ein oder gar beide weiteren Horste belegt werden: «Es braucht ein Paar mit einem dominanten Storchenmännchen, das sich nicht wie alle interessierten Paare in den letzten Jahren von ‹unserem› sehr rabiaten Stammstorch verjagen lässt», erklärt Stettler.

Freie Horste geplündert

Dieser Stammstorch hat im vergangenen Sommer nicht nur alle interessierten Artgenossen aus dem Moos vertrieben, sondern sich auch an den beiden freien Horsten zu schaffen gemacht. «Weil sie in der aufgeräumten Landschaft kaum Nistmaterial finden, holten sie sich das, was sie brauchten, einfach in den leeren Nestern», sagt der Storchenvater. Das soll dieses Jahr nicht mehr passieren: «Wir haben die Horste jetzt wieder mit neuem Nistmaterial gefüllt und in der Nähe Haufen mit Weidenzweigen gemacht. So können sie sich dort mit Nistmaterial bedienen.»

Einen vierten Horst haben die Sarmenstorfer Storchenfreunde im Januar 2018 bei der Riedmühle in der Vorstadt gebaut. Angesiedelt hat sich in der letzten Saison dort aber noch niemand: «Ein paar Tage lang war ein Storchenmännchen da und hat ein bisschen am Nest herumgezupft. Aber offenbar hat er in der Region keine Gefährtin gefunden und hat sich dann wieder davongemacht», weiss Marco Stettler.

Er hoffe jetzt, dass es dieses Jahr mit der Ansiedlung eines Pärchens klappe. «Ich denke, die Chancen dafür stehen gut. Immerhin hat sich bereits ein Storch dafür interessiert, und somit haben wir bei der Standortwahl für unseren vierten Horst sicher nichts falsch gemacht.»

Im Moos, ist Stettler überzeugt, wird sich das bisherige Stammpärchen wieder ansiedeln, sofern es die Reise nach Afrika und zurück gut überstanden hat: «Wenn es einem Storchenpaar an einem Ort passt, dann kehrt es in der Regel immer wieder dorthin zurück.»

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