Auw

Die Waldnutzung der Zukunft ist ökologisch

Sie unterzeichnen den Betriebsplan Wald kommunal: Stefan Hatt, Planer; Stefan Staubli, Betriebsleiter; Rolf Fankhauser, Kreisförster; Alain Morier, Kantonsförster; Marlise Villiger, Gemeindeammann; Stefan Schumacher, Gemeindeschreiber (v. l.).

Sie unterzeichnen den Betriebsplan Wald kommunal: Stefan Hatt, Planer; Stefan Staubli, Betriebsleiter; Rolf Fankhauser, Kreisförster; Alain Morier, Kantonsförster; Marlise Villiger, Gemeindeammann; Stefan Schumacher, Gemeindeschreiber (v. l.).

Auw gibt sich mit dem Betriebsplan kommunal+ einen Auftrag für die nächsten 15 Jahre und legt viel wert auf ökologisches Handeln – nicht nur im Wald.

Trocken und dürr wie ein Waldboden nach einem heissen Sommer? Der Betriebsplan von Wald kommunal+ der Gemeinde Auw ist das nicht, zumindest nicht beim zweiten Blick darauf. Er legt die Ausrichtung des Betriebes und damit die Holz- und Waldnutzung für die nächsten Jahre fest und ersetzt den Vorgänger von 2005.

Umwelt und Biodiversität erhalten zusätzliches Gewicht. «Es ist die 11. Revision, der erste Plan datiert von 1887», erinnerte Hans Burkard, Präsident der Ortsbürgerkommission, an die lange Tradition in Auw.

Wald kommunal+ bewirtschaftet unter der Leitung von Stefan Staubli 190 Hektaren Wald in Auw, holt jährlich rund 2500 Kubikmeter Holz heraus, beförstert rund 700 Hektaren Wald in Sins, Abtwil und Oberrüti – und unterhält Flurstrassen, führt Wärmeverbundanlagen in Auw, Sins, Oberrüti und Mühlau, engagiert sich in Landschaftspflege, Gartenunterhalt, Sicherheitsholzerei, im Holzhandel und bei Naturschutzarbeiten, und so fort.

Die Erträge sind gut, die Forstreserve gesund, freut sich Burkard, aber er machte auch klar, dass das nur dank Arbeiten für Dritte so ist. Und auch so bleiben soll.

Naturnaher Waldbau und Aufwertungen

Mit dem Betriebsplan werden die waldbaulichen Ziele festgelegt. Festgehalten werden darin eine Holzernte von 2000 bis 2400 Kubikmeter pro Jahr genauso wie eine bodenschonende Holzernte sowie ein optimaler Ertrag mit hoher Wertschöpfung im Stammholzbereich.

Naturnaher Waldbau oder die natürliche Verjüngung der Bestände , die Aufwertung von weiteren Waldrändern an geeigneten Standorten oder die Prüfung der Vermarktungsmöglichkeiten von ökologischen Waldleistungen sind weitere darin formulierte Ziele.

Aber Wald ist mehr als Holznutzung: Er soll der Bevölkerung auch Erholung und Ausgleich bieten, was allerdings eine zunehmende «Erholungslenkung» notwendig macht. Das Neben- und Miteinander von Forst, Wanderern, Reitern, Velofahrern und Jägern ist nicht einfach unter einem Hut zu bringen.

Als Massnahmen werden explizit das Festlegen von Waldspielgruppenplätzen oder Zeltlagerplätzen und deren Nutzungsbedingungen genannt, ebenso die Einrichtung einer Finnenbahn oder eines Single Trails für die Mountainbikefahrer. Aufgelistet sind schliesslich der Unterhalt und die Pflege des bestehenden Rundweges mit Infotafeln über die Waldnutzung.

Anspruchsvoller Auftrag für die nächsten 15 Jahre

Kantonsförster Alain Morier erklärte, mit dem Betriebsplan erhielten Staubli und sein Team «einen anspruchsvollen Auftrag für die nächsten 15 Jahre». Dieser sei angesichts grosser Unsicherheiten wie Klimawandel oder Käferentwicklungen nicht einfach.

Er zeigte sich aber überzeugt, dass mit dem Betriebsplan eine geeignete Orientierungshilfe zustande gekommen ist. Staubli wiederum führte aus, dass nur mit den verschiedenen Tätigkeitsbereichen von Wald kommunal+ für die Angestellten eine gute Auslastung durch das ganze Jahr hindurch möglich ist.

«Wir wenden uns an viele verschiedene Partner». Diese Dienstleistungen sollen auch in Zukunft fester Bestandteil bleiben und nach Möglichkeit noch ausgebaut werden.

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Autor

Eddy Schambron

Eddy Schambron

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