Wohlen

Die Wohler Grünen erklären Doris Leuthard zur 5G-Schutzpatronin

5G-Antenne auf einem Getreidesilo in der Trifoore. Bild: to

5G-Antenne auf einem Getreidesilo in der Trifoore. Bild: to

Die Alt-Bundesrätin hat ein paar Monate vor ihrem Rücktritt eine Arbeitsgruppe eingesetzt, welche die Risiken des 5G-Mobilfunknetzes analysieren soll. Die lokalen Grünen erheben sie deshalb zur heilige Figur.

Die Wohler Grünen beten wohl gelegentlich auch zu Gott. Im Moment aber ist ihnen im täglichen Gebet die ehemalige Freiämter Bundesrätin Doris Leuthard aber offenbar wichtiger. Sie, halten die Grünen in einer Medienmitteilung fest, sei ihre Schutzpatronin.

Das, weil sie im September 2018 eine Arbeitsgruppe eingesetzt habe, welche die Bedürfnisse und Risiken des zukünftigen Mobilfunks und dabei insbesondere den Aufbau der 5G-Netze analysieren soll.

Für die Grünen ist 5G kein Segen, sondern eine höchst umstrittene Technologie und latente Gefahr für die Bevölkerung. Deshalb hätten die Mitglieder der Grünen jetzt auch Einsprache gegen drei laufende Baugesuche eingereicht.

Abweisen oder sistieren, bis Wirkung abgeklärt ist

Sie verlangen, die Baugesuche seien abzuweisen oder zumindest so lange zu sistieren, bis industrieunabhängige Studien zur Wirkung der Strahlen auf Mensch und Umwelt sowie eine Gesamtplanung der Antennenstandorte aller drei Mobilfunkanbieter vorliegen.

Konkret geht es um den Neubau einer Mobilfunkanlage mit Mast und neuen Antennen an der Bremgarterstrasse 48 (Bauherrin Swisscom), um den Austausch und die Ergänzung von Antennen auf einer bestehenden Mobilfunkanlage von Sunrise an der Bifangstrasse 32 sowie ebenfalls um die Aufrüstung der bestehenden Sunrise-Anlage an der Zentralstrasse 52.

Bereits zwei 5G-Anlagen sind in Wohlen in Betrieb

Was bisher kaum bekannt ist und deshalb wohl auch keine Wellen geworfen hat: In Wohlen sind bereits zwei Anlagen auf 5G umgerüstet worden – jene auf dem Dach der Getreidesilos im Gebiet Trifoore und jene beim ehemaligen Forstmagazin an der Bremgarterstrasse. Laut Übersicht des Bundesamtes für Kommunikation (Bakom), einzusehen unter www.funksender.ch, sind auch in Bremgarten, Muri, Sarmenstorf, Sins und Widen bereits Funkantennen auf 5G umgerüstet worden.

Mit parlamentarischen Vorstössen kritisch zur 5G-Technologie geäussert haben sich bisher bereits auch zwei Wohler Grossräte. Harry Lütolf hat im Namen der CVP-Fraktion vom Regierungsrat in einer Motion gefordert, für eine bessere Koordination des Netzausbaus zu sorgen. Die aufgerüsteten Antennen, fordert die CVP, müssten möglichst von allen Anbietern gemeinsam genutzt werden, damit es möglichst wenig neue Antennen brauche und damit die zusätzliche Strahlung für die Bevölkerung in Grenzen gehalten werden könne. Die Regierung lehnt diesen Vorstoss ab. Thomas Leitch (SP) wiederum hat in einer Interpellation verschiedene kritische Fragen zur Technologie gestellt. In seiner Antwort beruft sich der Regierungsrat auf die bestehenden Zuständigkeiten und Gesetze.

FDP und SVP Wohlen sehen auf Anfrage keinen Grund zur Opposition gegen den geplanten Netzausbau in Wohlen. Die gesetzlichen Bestimmungen müssten aber eingehalten werden.

Autor

Toni Widmer

Toni Widmer

Meistgesehen

Artboard 1