Bremgarten

Diebstahl, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch: 16 Monate Knast für 15-fachen Dieb

Bezirksgericht Bremgarten

Gericht Bremgarten

Bezirksgericht Bremgarten

Das Bezirksgericht Bremgarten verurteilte einen Algerier zu 16 Monaten Gefängnis. Grund: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch und Körperverletzung in 15 Fällen.

Der 25-jährige Ali (Name geändert) war aus seiner Heimat Algerien nach Italien geflohen. Sein Ziel: Paris, wo er bei Verwandten unterkommen wollte. Weil die Grenze zwischen Italien und Frankreich anscheinend sehr gut überwacht wird, wählen Flüchtlinge den Umweg über die Schweiz. Ali hatte keine Papiere und wurde in Zürich von der Polizei aufgegriffen. Er musste einen Asylantrag ausfüllen, obwohl er nie in der Schweiz bleiben wollte, wie er betonte.
Der junge Algerier wurde in der Bundesasylunterkunft Bremgarten einquartiert. Weshalb er mit seinen Diebestouren begonnen habe, wollte Gerichtspräsident Lukas Trost vom Angeklagten wissen. «Es war mir langweilig, ich habe Tag und Nacht Alkohol getrunken und war depressiv. Ich wollte halt zu Geld kommen», führte Ali aus.

Das lange Sündenregister

Sein Sündenregister ist lang. Ali wurden 15 Delikte zur Last gelegt: Gewerbsmässiger Diebstahl, mehrfache Sachbeschädigung und mehrfacher Hausfriedensbruch. Markus Moser von der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten: «Der Beschuldigte hatte die Absicht, eine unbestimmte Anzahl von Diebstählen zu begehen, um sich seinen Lebensunterhalt zu finanzieren.» Er beantragte eine unbedingt Freiheitsstrafe von 24 Monaten (unter Anrechnung von 179 Tagen  Untersuchungshaft). Ausserdem sei der Beschuldigte für die Dauer von 10 Jahren des Landes zu verweisen. 

Beute von 12 000 Franken

Der mittellose Angeklagte beging laut Untersuchungsbehörden von September bis Oktober 2016 innerhalb von drei Wochen mehrere Einbruchdiebstähle und machte dabei eine Beute im Wert von insgesamt rund 12  000 Franken. Unter anderem in Bremgarten klaute er eine Geldkassette und einen Rucksack, in Dottikon Tabakwaren, Getränkedosen und Bargeld. In einer Wohler Versicherungsgesellschaft entwendete Ali die Spendenkasse und aus einem Geschäft eine Leder-Schreibmappe. Oft war der angerichtete Sachschaden viel grösser, als die Beute.

Seine Diebestour führte den Algerier auch in die Ostschweiz. In St. Gallen nahm er in einem Laden eine Packung Zigaretten mit. Als er sich dem Ausgang zuwandte, stellten sich ihm zwei Verkäuferinnen in den Weg. Es kam zu einem Gerangel, in dessen Verlauf Ali die Frauen mit beiden Händen am Hals gewürgt haben soll, was er vehement bestritt. Leider ist aber genau diese Szene von der Überwachungskamera des Geschäfts nicht aufgezeichnet worden, weil sich diese Tätlichkeit ausserhalb des von der Kamera erfassten Bereichs abspielte.

Der amtliche Verteidiger des in allen anderen Anklagepunkten geständigen Täters beantragte ein Strafmass von lediglich 8 Monaten bedingt. Einstimmig sprach sich jedoch das Gesamtgericht für 16 Monate Gefängnis unbedingt und die Landesverweisung aus.

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