Wohlen

Diese Lehrlinge führen selbstständig eine Aldi-Filiale – eine ganze Woche lang

Im Rahmen des Projektes «Lernendenfiliale» haben 20 Lehrlinge eine Woche lang den Aldi an der Lägernstrasse 5 in Wohlen geführt. Das Projekt, das noch bis am 9. Februar andauert, wird bereits im sechsten Jahr in Folge durchgeführt.

Die Regale sind gefüllt, das Gemüse ist frisch und die Kassen sind besetzt. Die Aldi-Filiale an der Lägernstrasse 5 in Wohlen wirkt eigentlich wie immer. Nur wer regelmässig seine Einkäufe hier erledigt, hat allenfalls die neuen Gesichter bemerkt, die in den vergangenen Tagen im Geschäft für Ordnung sorgten. Seit dem vergangenen Montag liegt die Verantwortung für das Geschäft nicht mehr bei der Filialleiterin Susanne Holz und ihren Mitarbeitern. Eine Woche lang führen 20 Lernende aus der ganzen Schweiz den Laden im Rahmen des Projektes «Lernendenfiliale» von Aldi Suisse. 

Sinn der «Lernendenfiliale» ist es, dass die Auszubildenden in ihrem dritten und letzten Lehrjahr neue Herausforderungen im Berufsalltag erleben und gut auf ihren Abschluss im Sommer, aber auch ihre Zukunft vorbereitet werden. «Die Lernenden sollen selber merken und lernen, was es heisst, Filialleiter zu sein», erklärt Frank Schlecht, Filialleiter aus Basel, der in dieser Woche dabei hilft, die Lernenden in Wohlen zu unterstützen. 

Respekt erleichtert ihre Aufgaben

So übernehmen die jungen Erwachsenen abwechslungsweise die Stelle des Filialleiters. Das sei gar nicht immer so einfach, wie Shiar Shech Mohamed, der die Filiale am Dienstag leitete, erzählt: «Es ist schwierig, die Fähigkeiten der Mitarbeitenden einzuschätzen und sie demnach am richtigen Ort einzuteilen. Vor allem, weil wir alle im gleichen Alter sind.» Dass sie sich und ihre Entscheidungen alle gegenseitig respektieren, mache diese Aufgabe aber um einiges leichter. Da können ihm seine Kollegen Majlinda Orana und Steven Wichmann nur zustimmen. 

Eine Woche lang leiten Majlinda Orana, Steven Wichmann und Shiar Shech Mohamed die Aldi-Filiale in Wohlen

Eine Woche lang leiten Majlinda Orana, Steven Wichmann und Shiar Shech Mohamed die Aldi-Filiale in Wohlen

Im Video sagen sie, wie sie es erlebt haben, selber Chef zu sein. Filialleiter Frank Schlecht sagt, wofür diese Erfahrungen gut sein sollen.

Orana war am vergangenen Mittwoch während der Frühschicht Filialleiterin. «Am Morgen muss überprüft werden, ob die Ware vollständig ist, bevor der Laden aufgeht, und ob das Obst und das Gemüse frisch sind. Dann muss man die Stunden der Mitarbeitenden von gestern überprüfen und die Aufgaben für den Tag verteilen», zählt Orana auf. Trotz den verschiedenen Herausforderungen machte ihr diese Arbeit viel Spass: «Man fühlt sich wertvoll, wenn die Mitarbeiter zu einem kommen, wenn sie etwas wissen wollen», lacht die 19-Jährige. Das Spezielle an diesem Projekt sei, dass sie sich gegenseitig Tipps geben könnten. So ist es für Majlinda Orana selbstverständlich, dass sie ihren Kollegen Steven Wichmann, der am folgenden Tag Filialleiter sein wird, unterstützt und ihn von ihren eigenen Erfahrungen profitieren lässt.

So kommen die Filialleiter, die zur Unterstützung vor Ort sind, gar nie gross zum Einsatz. «Die Lernenden sollen alle Entscheidungen selber treffen», erklärt Frank Schlecht. Eingegriffen werde erst, wenn es wirklich brenne. «Man muss Fehler auch mal zulassen, damit sie etwas daraus lernen. Ausser natürlich, wenn wir sehen, dass für morgen 100 Kisten Bananen bestellt wurden», lacht Schlecht.

Das Ziel: Eine eigene Filiale leiten

Als Vorbereitung für diese Woche diente den Lernenden der Schulstoff, den sie seit Beginn ihrer Ausbildung behandelt haben. «Zusätzlich hatten wir einen dreitägigen Vorbereitungskurs, in dem wir gemeinsam mit den Profis das Wichtigste repetiert haben», erklärt Shiar Shech Mohamed.

Alle konnten für ihr Qualifikationsverfahren im Sommer, aber auch für den Weg zur Filialleiterin oder zum Filialleiter viel aus dieser Woche mitnehmen. Vor allem haben sie gelernt, sicher aufzutreten, Verantwortung zu übernehmen und an den eigenen Schwächen zu arbeiten.

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