Wohlen

Diese Musiker verbinden die Echos aus Uganda und aus der Schweiz

Die zwei Wohler Jocelyn Daloz (Bild links) und Johannes Küng haben mit zwölf anderen Kunstschaffenden in Kampala neue Lieder aufgenommen.Kibuuka Mukisa Oscar

Die zwei Wohler Jocelyn Daloz (Bild links) und Johannes Küng haben mit zwölf anderen Kunstschaffenden in Kampala neue Lieder aufgenommen.Kibuuka Mukisa Oscar

Zwei junge Musiker veröffentlichen ein Album, mit dem sie zwischen Kulturen Brücken bauen wollen.

«Echoes» – so heisst das dritte Album der Wohler Musiker Jocelyn Daloz und Johannes Küng, die auch als Joce & JohBeats bekannt sind. Sechs Wochen haben sie zusammen mit zwölf anderen Kunstschaffenden in der ugandischen Stadt Kampala neue Lieder aufgenommen. Entstanden ist eine Mischung aus urbanen Beats und afrikanischen Folklore-Instrumenten.

«Echoes» besteht aus elf Liedern, in denen diverse Musikrichtungen vertreten sind: von Reggae und Soul bis Hip-Hop und Funk. Der Name Echoes steht für die Vielfalt der Stimmen, die das Album so speziell machen.

Musiker aus Kenia, Uganda und der Schweiz verleihen beispielsweise dem Intro «Echoes of the world» einen so besonderen Klang, dass man für einen Moment meinen könnte, mitten auf einem ugandischen Markt zu stehen und den Trubel rundherum live mitzuerleben. Seit 2013 arbeitet das Kunstkollektiv zusammen, und das sehr erfolgreich.

Schon auf Europatour

Begonnen hat der Werdegang der Wohler Musiker vor ein paar Jahren, und zwar mit einer Reise nach Uganda. «Als ich zum ersten Mal dieses Land besuchte, verspürte ich plötzlich die Lust, Musik zu machen», erzählt Küng.

Damals hätte er nur eine Gitarre und einen Computer zur Hand gehabt. Es entstand eine Aufnahme, die ihn heute noch an das afrikanische Land erinnert: «Immer, wenn ich das Lied höre, sehe ich mich in meinem Zimmer in Uganda sitzen.»

Küng war begeistert und steckte bald auch Jocelyn Daloz mit seinem Enthusiasmus an. Die fremden, aber doch interessanten Klänge, die Kultur und die schnell geknüpften Kontakte mit anderen Künstlern brachten die Wohler Musiker auf die Idee, ein Austauschprojekt mit ugandischen Hip-Hop-Künstlern zu starten.

Das Programm nennt sich Young Artists Exchange Project, kurz Yaep! (siehe Box). Seitdem hat die Musikergruppe mit den Alben «Borda to Borda» und «D’Une Frontière» bereits einige Erfolge feiern können.

Zweimal tourten die Musiker durch Europa und gaben zusätzlich mehrere Konzerte in Uganda. 2015 veröffentlichten sie das Album «Cinq», bestehend aus Liedern des Hip-Hop Genres.

Mit Musik Brücken bauen

Für «Echoes» haben sich Küng und Daloz von neuen musikalischen Inspirationen leiten lassen. Die elf Lieder des Albums entstanden zusammen mit dem Sänger Giovanni Kremer Kiyingi und der Singer- und Songwriterin Amaru.

Ausserdem hat Küng zusammen mit dem kenianischen Produzenten Eric Onasis Osmondi die Musik komponiert. «So kommen in ‹Echoes› nicht nur klassische Hip-Hop-, sondern auch Reggae-, Pop- und afrikanische Einflüsse vor», erklärt Daloz. Der Weg bis zum fertigen Album wurde vom Fotografen Kibuuka Mukisa Oscar dokumentiert, der zusätzlich die Musikvideos produzierte.

«‹Echoes› ist Inspiration pur, die weitergetragen werden soll.» Das Ziel der Kunstschaffenden war es, Gemeinsamkeiten zu suchen und Brücken zwischen den Kulturen zu bauen. «Die Songs thematisieren aber auch politische und gesellschaftliche Dimensionen und reflektieren die Verhältnisse in den Herkunftsländern der Musiker.»

So waren Stichworte wie Toleranz, Offenheit und Hoffnung bereits Themen für vorhergehende Alben. «Mit ‹Echoes› können wir zeigen, dass wir eigentlich alle gleich sind», sagt Daloz. «Ob Ugander oder Schweizer, wir haben alle ähnliche Probleme und Sorgen.»

«Echoes» wird am 21. Januar im Club Royal in Baden zum ersten Mal dem Publikum vorgestellt. Eine Live-Band unterstützt die Musiker, von denen vier extra aus Uganda anreisen.

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