Gut aufgelegt und schwungvoll hat der Musikverein Jonen sein Publikum mitgenommen auf eine musikalische Reise durch die Heimat. Dabei kamen natürlich Kuhglocken, Alphörner und Wilhelm Tell inklusive Apfel zum Einsatz. Seit Januar dirigiert Simon Ruckli den MV Jonen. Er führte seine Musiker gekonnt durch den abwechslungsreichen Abend, an dem der Humor nicht zu kurz kam.

Dirigent Simon Ruckli und Vereinspräsident Florian Kämpf blicken auf ein ereignisreiches musikalisches Jahr zurück. Neben dem Kirchenkonzert und dem Kantonalen Musikfest in Laufenburg spielte der Verein bei vielen unterschiedlichen Gelegenheiten. «Es gefällt mir sehr gut hier beim MV Jonen, ich bin sehr gut aufgenommen worden und konnte mich schnell einleben», freute sich der 28-jährige Dirigent aus Aettenschwil.

Leidenschaft seit der Jugend

Nach seinem Bachelor in Jazzposaune freue er sich über seine Tätigkeit am Dirigentenpult. Er führte aus: «Als ich sah, dass der Verein einen neuen Dirigenten suchte, habe ich mich beworben, und es hat geklappt.» Florian Kämpf dazu: «Wir sind ein offener und geselliger Verein. Es ist schön, wenn unser musikalischer Leiter bei den Auftritten im Dorf mit dabei ist. Da passte es gut, dass Simon aus der näheren Umgebung kommt.»

Ausserdem dirigiert Ruckli die Jugend-Brass-Band ABM Brass Freiamt sowie die Jugendmusik Jonen. Musik sei seit seiner Jugend seine Leidenschaft, die er in den Bands Brassiness und Pocket Rockets ausleben könne. Eine weitere Leidenschaft ist das Komponieren, deswegen absolviert der 28-Jährige seit 2017 an der Hochschule Luzern ein Masterstudium mit Schwerpunkt Komposition.

Mit dem Musikverein Jonen hat der junge Dirigent noch einiges vor. «Beim Kantonalen Musikfest habe ich gespürt, dass da noch viel Potenzial ist, das wir ausschöpfen sollten», teilte Ruckli mit. Die Professionalität der Musiker zeigte sich beim anspruchsvollen und vielseitigen Stück «Dublin Pictures», komponiert von Marc Jeanbourquin. Dem MV Jonen gelang es dabei, sein Publikum mit auf eine kurzweilige Reise durch Irland zu nehmen, indem er die sprudelnde Lebensfreude sowie leise Melancholie der Grünen Insel musikalisch demonstrierte.

Viel Applaus für Alphornklänge

Bereits zum Auftakt mit «Flyin’ To The Skies» von Christoph Walter zeigte der Musikverein, wie viel Power in ihm steckt und sorgte gleich für gute Stimmung in der Mehrzweckhalle. Einer der Höhepunkte des Abends waren die drei Alphörner, die einen «Alphorn Swing» präsentierten. Bevor sie loslegten, schufen die Mitglieder des Musikvereins mit Kuhglockengeläut schon einmal die passende Atmosphäre im Saal. Die vielen Zuschauer sparten nach dem Auftritt des Trios auch nicht mit Applaus und Bravo-Rufen.

Etwas melancholische Heimatgefühle dürfte «Old Swiss Tune» hervorgerufen haben. Doch jeglicher Hauch von Schwermut hatte kaum Gelegenheit sich auszubreiten. Dafür zeigte sich Rudolf Lindinger verantwortlich, der humorvoll durch den Abend führte. Mit seinen amüsanten Ausführungen zu den verschiedenen Stücken brachte er die Zuhörer immer wieder zum Lachen.

Er war es dann auch, der Wilhelm Tell mit ein wenig Überredung dazu brachte, einem der Jungmusiker einen Apfel vom Kopf zu schiessen. Die perfekte Überleitung zur Ouvertüre von Rossinis Oper «Wilhelm Tell», die sehr gut ankam, wie der lang anhaltende Applaus bewies. Wer nach dem Jahreskonzert gerne mehr vom Musikverein Jonen hören möchte, der sollte beim Räbeliechtliumzug am 8. November oder bei der Adventsmusik im Dorf am 13. Dezember vorbeischauen.