Serie Flachsee

Dieser Steg hält schon fünf Mal länger als der alte

Die Dominilochbrücke hat 1989 den Freiämter Holzpreis erhalten.

Die Dominilochbrücke hat 1989 den Freiämter Holzpreis erhalten.

Für die Brücke im Dominiloch wurden 140 Kubikmeter Holz und 17000 Nägel verbaut. Ihre heutige Form verdankt sie einem Unwetter. Die Entstehungsgeschichte ist abenteuerlich.

Dass die Dominilochbrücke in ihrer heutigen Form dasteht, ist einem Unwetter zu verdanken. Denn die Brücke hatte eine Vorgängerin, ausschliesslich aus Holz, erbaut 1979 zu einem Preis von 125 000 Franken. Ein Sappeur namens Erne wollte mit seiner Einheit etwas sinnvolles machen.

Dass er diese Brücke ohne höheren Segen bauen liess, habe ihm einen Rüffel von «militärisch-ganz-oben» eingetragen, wie sich ein Journalist später ausdrückte. Das Bauwerk wurde leider nur fünf Jahre alt, beim grossen Unwetter 1984 wurde die Brücke weggespült. «Zwar hat es trotz allem über vier Jahre gedauert, bis die weitherum herbeigesehnte Fussgängerbrücke im Zufiker ‹Dominiloch› jetzt ihren Dienst wieder versieht.

Die auftretenden Schwierigkeiten zu Anfang und deren Bewältigung, aber vor allem die Art der Finanzierung dieses Steges haben indes gezeigt, dass diese Region noch fähig ist, gemeinsam ein Ziel zu erreichen», schrieb Hans Rechsteiner im Aargauer Tagblatt über den Tag der Eröffnung.

Tatsächlich war das Vorhaben mit einigen Schwierigkeiten behaftet. So musste der Montagetermin verschoben werden. Grund war eine allgemeine Knappheit an Stahl im September 1988. Dies führte dazu, dass die zur Montage der Binder notwendige Stahl-Nagelplatten mit Verspätung geliefert wurden.

Aufwendiger Transport

Ein technisches Meisterwerk war auch die Fabrikation der Brücke. Drei Holzelemente, zwischen 16 und 19 Tonnen schwer, wurden während vier Tagen zu Land und zu Wasser an ihren Standort verschoben und dann auf die bereits betonierten Pfeiler und Widerlager montiert. Die beiden Lastwagen transportierten erst zwei der drei Elemente, weil ein Konvoi mit drei Lastwagen von der Polizei nicht bewilligt wurde.

«Sind die Brückenteile erst einmal in Hermetschwil angekommen, beginnt die wohl heikelste Phase der Aktion», kündigte das Aargauer Tagblatt an. «Die immer noch dreigeteilte Brückenkonstruktion wird auf eine schwimmende Plattform verfrachtet, die weit über hundert Tonnen tragen muss, der die Brückenelemente im Dominiloch auf die Brückenpfeiler und auf die Widerlager hievt.

Die Plattform ist mit Drahtseilen an beiden Ufern gesichert und wird mit Seilwinden Meter um Meter der 800 Meter langen Strecke reussabwärts gelassen. Gelingt auch dieses Manöver ohne Zwischenfälle, werden die drei Elemente mit dem Kran auf ihre definierten Standorte gehoben.»

Insgesamt ist der Steg 92,4 Meter lang und rund 100 Tonnen schwer. Das Fichtenholz stammt aus dem Napfgebiet, insgesamt 140 Kubikmeter, was 40 durchschnittlich 20 Meter hohen Bäumen entspricht. Zum Ausgangsmaterial gehörten auch elf Tonnen Eisen und 17 000 Nägel.

Übrigens waren auch andere Konstruktionen im Gespräch, so eine Hängebrücke oder eine Betonbrücke. Die Stiftung Reusstal setzte sich für eine Holzbrücke ein. Später erhielt sie gar den Freiämter Holzpreis. Klar war von Beginn weg, dass diese überdeckt sein muss, damit das Holz besser vor dem Wetter geschützt ist.

Unter Federführung des Kantons ist schliesslich der heutige Dominilochsteg gebaut worden. Gekostet hat er 1,05 Millionen Franken. Die Hälfte hat der Kanton übernommen, aber auch umliegende Gemeinden und der Regionalplanungsverband haben ihren Teil beigesteuert.

Darin enthalten sind 350 000 Franken Mehrkosten, die wegen der Fundation entstanden sind. Die Pfeiler sind 15 Meter lang und stecken 9 Meter tief im Lehm. An den Gemeindeversammlungen aller beteiligten Gemeinden musste deshalb ein Nachtragskredit genehmigt werden.

«Die Brücke hat sich bewährt», sagt Felix Etterlin, Gemeindeschreiber von Zufikon heute. Die Unterhaltsarbeiten laufen unter der Federführung von Zufikon, allerdings halten sie sich in Grenzen. Die Geländerabdeckung wird dieses Jahr erneuert, und an den Abschlüssen des Dachs musste Stacheldraht angebracht werden, weil öfters Jugendliche vom Dach der Brücke in die Reuss sprangen.

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