Dietwil
Keine zweite Turnhalle in Dietwil – «Gmeind» sagt Nein zum Neubau und Ja zur Sanierung

Die Dietwiler Sportvereine stellten am Donnerstagabend an der «Sommergmeind» den Antrag, statt nur einer Sanierung der ohnehin zu kleinen Mehrzweckhalle zusätzlich eine neue Einfachsporthalle zu bauen. Sie scheiterten knapp nach einer spannenden Diskussion.

Andrea Weibel
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Die Sonne für den Antrag auf eine zweite Sporthalle in Dietwil ging an der Gemeindeversammlung unter. Nur die alte Mehrzweckhalle wird saniert.

Die Sonne für den Antrag auf eine zweite Sporthalle in Dietwil ging an der Gemeindeversammlung unter. Nur die alte Mehrzweckhalle wird saniert.

Andrea Weibel

Die 1969 gebaute Dietwiler Mehrzweckhalle wird saniert. Den dafür notwendigen Kredit von 2 Mio. Franken hat die Gemeindeversammlung am Donnerstagabend gesprochen. Dass es eine emotionale Diskussion geben würde, war allen klar. Dennoch wurde diese nie hitzig und auch nicht unfair. Es schien, als wollten die allermeisten das Beste für ihr Dorf und würden sämtliche Interessengruppen verstehen – oder es zumindest versuchen.

Vorschläge wie jener, man könnte doch auch die Kirche als Sportanlage nutzen, die im Grunde fast jeden Abend leer stehe, lockerten den Abend auf und brachten die 123 anwesenden Einwohnerinnen und Einwohner des kleinen Oberfreiämter Dörfchens zum Lachen. Aber auch dieses Votum hatte eine wichtige Botschaft: Die Vereine haben zu wenig Platz, sie müssen sich in Nachbarorten auf die Suche nach Hallenplätzen umsehen, man schlägt ihnen unter anderem vor, doch nachmittags zu trainieren.

123 Dietwilerinnen und Dietwiler hörten sich in der noch nicht renovierten Mehrzweckhalle an, was Gemeinderat, Vereine und andere zum Sanierungsprojekt zu sagen hatten.

123 Dietwilerinnen und Dietwiler hörten sich in der noch nicht renovierten Mehrzweckhalle an, was Gemeinderat, Vereine und andere zum Sanierungsprojekt zu sagen hatten.

Andrea Weibel

«Ich bin mir wirklich nicht sicher, was ich stimmen soll, ich kann alle gut verstehen», war ein Satz, der von mehreren Votanten so oder ähnlich vorgetragen wurde. Auch die Vereine, die einen Planungskredit beantragten, um zusätzlich zur Sanierung der Mehrzweckhalle eine Einfachturnhalle zu planen, brachten starke Argumente vor. Sie sahen keinen Mehrwert darin, für eine nach wie vor zu kleine Halle 2 Mio. Franken auszugeben. Ein Votant fasste zusammen:

«Wollen wir einen Mehrwert für das Geld oder nicht?»

Zwei weitere Anträge wurden hingegen rasch abgelehnt.

Es blieb unklar, was genau den Ausschlag gab, dass trotz allem der Vorschlag des Gemeinderats das Rennen machte. In der direkten Gegenüberstellung erhielt der Gemeinderatsantrag 73, jener der Vereine 45 Stimmen. Und als es dann um ein Ja oder Nein zum Gemeinderatsvorschlag ging, also um eine Sanierung der bestehenden Halle für 2 Mio. Franken, waren 74 Einwohner dafür und 34 dagegen.

Der Dietwiler Ammann Pius Wiss gab souverän und transparent Auskunft über Vor- und Nachteile der einzelnen Anträge.

Der Dietwiler Ammann Pius Wiss gab souverän und transparent Auskunft über Vor- und Nachteile der einzelnen Anträge.

Andrea Weibel

Vermutlich war es am Ende tatsächlich das Vertrauen in den Gemeinderat, das den Ausschlag gab. Ammann Pius Wiss gab nicht nur souverän Antwort auf alle Fragen, sondern zeigte auch transparent auf, welche Folgen die jeweiligen Anträge haben würden, ohne dabei schwarzzumalen. Diese Transparenz und Offenheit schienen gewirkt zu haben. Nun bleibt den Vereinen einzig die Möglichkeit, das Referendum zu ergreifen.

Lebenslanger Eintritt für das Badi-Dream-Team

Alle anderen Traktanden wurden ebenfalls angenommen, darunter ein Kredit über 335'000 Franken für die Sanierung der Kanalleitungen an der Luzerner- und der Zubestrasse. Sie kann 2022 ausgeführt werden.

Ein sehr schöner Abschluss der konstruktiven, wenn auch langen Gemeindeversammlung – sie dauerte bis kurz vor 23 Uhr – war die Verabschiedung des Badi-Dream-Teams Romy Moser (22 Jahre in der Badi) und Luzia Meier (18 Jahre). Sie wurden nicht nur mit dem lautesten und längsten Applaus des Abends in ihren verdienten Ruhestand geschickt, sondern erhielten neben einem Präsentkorb auch einen lebenslangen Gratiseintritt für ihre geliebte Dietwiler Badi.

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