Mutschellen

Direkt abbiegen und aussteigen: Neue Verkehrsmassnahmen sollen Mutschellenkreuzung verbessern

Hier soll von Rudolfstetten kommend die Rechtsabbiegespur nach Widen entstehen.

Hier soll von Rudolfstetten kommend die Rechtsabbiegespur nach Widen entstehen.

Neben Investitionen in Lichtsignalanlagen sind auch bauliche Massnahmen für die Mutschellenkreuzung geplant. Eine Rechtsabbiegespur in Richtung Widen und eine Kipphaltestelle sollen ab 2021 kommen.

Das immer grösser werdende Verkehrsaufkommen auf der Mutschellenkreuzung sorgt an den Werktagen oft für Staus und Verspätungen. Weil verschiedene Verkehrsteilnehmer (Strasse, Bahn, Bus, Rad, Fussgänger) betroffen sind, ist eine Problemlösung nicht einfach. Im Vordergrund steht seit längerem eine Tunnellösung, die aber erstens sehr teuer ist und zweitens sehr viel Zeit zur Realisierung benötigt. An der letztjährigen Mutscheller Gewerbeausstellung präsentierte der Kanton deshalb eine Reihe von Sofortmassnahmen, die dem Verkehrsproblem auf der Mutschellenkreuzung vorübergehend Linderung verschaffen sollen.

Nebst mehreren Investitionen in besser abgestimmte Lichtsignalanlagen sind jetzt auch zwei bauliche Projekte spruchreif. Die Baupläne liegen ab sofort noch bis zum 22. April auf den Gemeindeverwaltungen von Rudolfstetten-Friedlisberg und Berikon auf und sind auch online abrufbar. Geplant sind einerseits der Bau einer zusätzlichen Rechtsabbiegespur von Rudolfstetten her kommend Richtung Widen sowie eine Kipphaltestelle für den Bus an der Bellikerstrasse 9 in Berikon.

Rechtsabbiegespur in Richtung Widen geplant

Für die Abbiegespur wird das Dach der dortigen ehemaligen Tankstelle zurückgeschnitten und der bestehende Betonbelag im Bereich der Zapfsäulen zurückgebaut und durch einen neuen Belag ersetzt. Zudem müssen mit grosser Wahrscheinlichkeit die Bäume im Grünstreifen davor durch Bäume mit einem geringeren Platzbedarf ersetzt werden. Die neue Rechtsabbiegespur weist eine Länge von rund 60 Metern auf. Platzmässig müssen etwa 200 Quadratmeter Land erworben werden.

Beim zweiten Projekt geht es um eine Kipphaltestelle. Aktuell besteht für Busse aus Widen kommend die Gefahr, dass sie in Spitzenzeiten aufgrund der Stausituation an der Mutschellenkreuzung diese nicht rechtzeitig überqueren können. Dadurch verpassen Fahrgäste den Anschluss an die AVA (Bremgarten-Dietikon-Bahn). Deshalb soll an der Bellikerstrasse eine Haltestelle nur zum Aussteigen realisiert werden. Die Fahrgäste können den Bus verlassen, durch die Personenunterführung direkt zum Perron der Bahn gelangen – und den Zug trotz Stau erwischen. Der Bau der Kipphaltestelle macht einen Landerwerb von rund 30 Quadratmetern und eine Anpassung des Vorplatzes nötig.

Alle Sofortmassnahmen kosten 2,055 Mio. Franken, woran sich auch die Gemeinden beteiligen müssen. Die entsprechenden Kredite (Rudolfstetten 370'000 Franken, Berikon 462'000 Franken) wurden 2019 an den Gemeindeversammlungen bewilligt. Die Gemeinde Widen leistet einen freiwilligen Anteil von 208'000 Franken. Die Umsetzung ist im Sommer 2021 vorgesehen. Sollten aber keine Einsprachen eingehen, prüft der Kanton, ob allenfalls schon diesen Sommer die Vorhaben realisiert werden können. Es wird von einer Bauzeit zwischen einem und zwei Monaten ausgegangen.

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