«Berufe Wohlen +»

Drastische Abnahme an beteiligten Firmen: Schnuppertage spüren die Coronakrise

An den Berufsinfotagen von «Berufe Wohlen +» erhalten Schüler der 2. Oberstufe Einblick in verschiedene Berufe.

An den Berufsinfotagen von «Berufe Wohlen +» erhalten Schüler der 2. Oberstufe Einblick in verschiedene Berufe.

Deutlich weniger Firmen machen dieses Jahr bei den Berufsinfotagen für die Achtklässler aus Wohlen, Villmergen und Niederwil mit.

Die erste Berufswahl ist für einen Jugendlichen ein wichtiger Schritt im Leben. Aus diesem Grund unterstützen die Berufsinfotage der Organisation Berufe Wohlen + die werdenden Erwachsenen mittlerweile seit fünf Jahren.

Während zweier Tage im September können jeweils rund 350 Schülerinnen und Schüler der zweiten Oberstufe von Wohlen, Villmergen und Niederwil in viele Berufssparten reinschnuppern. Mancherorts ist dadurch auch effektiv ein Lehrvertrag entstanden. Seit der Gründung von Berufe Wohlen + ist die Zahl der teilnehmenden Firmen jedes Jahr angestiegen.

Waren es zu Beginn erst 59 Gewerbebetriebe, die einen Einblick in die Berufswelt vermittelten, erhöhte sich die Zahl sukzessive von 62 über 67, 71 bis hin zum Rekordwert von 82 Firmen im vergangenen Jahr. Doch dieses Mal ist alles anders.

Während der Anmeldefrist, die kürzlich abgelaufen ist, erklärten sich nur noch 67 Firmen bereit, den Teenagern die spannenden Seiten ihres Lehrberufes zu zeigen. Die Abnahme dürfte direkt auf die Coronapandemie und deren teilweise starken wirtschaftlichen Auswirkungen zurückzuführen sein.

Ruth Salzmann, Initiantin der Berufsinfotage, bestätigt auf Anfrage der «Aargauer Zeitung»: «Wir haben einige Absagen in Bezug auf Covid-19 erhalten. Das heisst es zu akzeptieren. Der Lockdown war für einige Firmen nicht einfach und es gibt viele Unsicherheiten und sonstige Gründe.» Froh ist Ruth Salzmann aber trotz der happigen Abnahme, dass der Anlass überhaupt stattfinden kann.

Sie sagt: «Wir sind sehr erleichtert, dass wir die Berufsinfotage trotz Covid-19 durchführen können, das war lange unsicher.» Man sei stolz, dass man dennoch eine so grosse Anzahl von verschiedensten Berufen wieder anbieten könne. Partner von Berufe Wohlen + sind der Handwerker- und Gewerbeverein Wohlen (Hagewo), der Gewerbeverein Reusstal, Handwerk & Gewerbe Villmergen sowie die IG Allmend Villmergen.

«Zuversichtlich, dass es noch Anmeldungen gibt»

Die Palette der Berufe geht vom Anlagen- und Apparatebauer, über diverse Automobilberufe, Bekleidungsgestalter, chemische Berufe, Koch, Hotellerie, Fleischfachleute, Maurer bis hin zu Bauingenieur und diversen Workshops.

«Die Berufstage sind ein genialer Einstieg in die Berufswahl. Wir sind zuversichtlich, dass es doch noch ein paar wenige zusätzliche Anmeldungen von Firmen geben wird», sagt Ruth Salzmann.

Die meisten Schülerinnen und Schüler besuchen innerhalb der zwei Tage vier bis fünf Betriebe, manchmal sogar sechs. Die Rückmeldungen der Schüler, Eltern und Firmen seien überwiegend positiv.

Einer der Achtklässler, die dieses Jahr am 22. und 23. September dabei sind, ist Riccardo Huber. Im Juli-Newsletter von «Berufe Wohlen +» sagt Riccardo über seinen Traumberuf: «Ich möchte einmal Architekt werden. Schon seit meiner Kindheit zeichnete ich gerne und es gelingt mir auch gut, Figuren in 3D zu zeichnen. Ich weiss, dass es schwierig wird, aus der Realschule Architekt zu werden. Aus diesem Grund hoffe ich, dass wir an den Schnuppertagen von Berufe Wohlen+ verschiedene Berufe kennen lernen können. Vielleicht ist da auch ein verwandter Beruf dabei, der mich doch noch zu meinem Traumberuf führen wird.»

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