Fischbach-Göslikon

Ein Gemeindehaus für die nächsten 100 Jahre: «Man würde es auch nicht angeschrieben erkennen»

Zwei Jahre und zehn Tage nach der Grundsteinlegung konnten die Verantwortlichen das neue Gemeindehaus feierlich einweihen. Cornelia Schlatter

Zwei Jahre und zehn Tage nach der Grundsteinlegung konnten die Verantwortlichen das neue Gemeindehaus feierlich einweihen. Cornelia Schlatter

Eingebettet in das Dorf- und Jugendfest fand die Einweihung des neuen Gemeindehauses statt. 5,76 Millionen Franken waren für den Neubau veranschlagt. Nun ist der Bau fertig und bezogen.

Zwei Jahre und zehn Tage nach der Grundsteinlegung war es so weit: Am Samstag konnte das neue Gemeindehaus von Fischbach-Göslikon eingeweiht werden. Die Sonne strahlte mit den Gemeinderatsmitgliedern und den geladenen Gästen um die Wette – das war am Freitagabend allerdings anders. Das Gemeindehaus wurde zum Auftakt des Jugend- und Dorffestes bereits mit grossen Mengen Wasser getauft, ein Wolkenbruch erforderte sogar den Einsatz der Feuerwehr, aber das kümmerte an diesem sonnigen Samstagmorgen niemanden mehr.

Lukas Jansen, Gemeindeschreiber von Fischbach-Göslikon, fand, dass die Architekten Joos Gredig und Peter Walser aus Chur ihren Auftrag erfüllt hätten: «Das neue Gemeindehaus ist ein markantes Gebäude, das man, auch wenn es nicht angeschrieben wäre, als solches erkennen würde.» Weiter erklärte Jansen, dass das neue Haus mindestens 100 Jahre halten müsse. Gemeindeammann Hans Peter Flückiger erläuterte in seiner Einweihungsrede, dass ihm das neue Gemeindehaus sehr gut gefalle, es sei ein Scharnier der beiden Dorfteile Fischbach und Göslikon, die schon über 220 Jahre erfolgreich gemeinsam unterwegs seien.

Ein Bogen von früher ins Heute

Nach vielen Worten des Dankes sprach Architekt Joos Gredig zur Gemeinde. Mit dem Gemeindehaus, einem kubischen Bau mit grossen Fenstern und klaren Linien, sei es gelungen, Formen aus früheren Zeiten aufzugreifen und einen Bogen ins Heute zu spannen.

Bauernhäuser und Höfe von früher wiesen ähnliche Grundrisse auf und hatten ebenfalls steile Giebeldächer. Diese alten Häuser in Fischbach-Göslikon hätten die Architekten inspiriert und dazu bewogen, einen solchen «Urtyp» eines Hauses zu bauen. «Das Gemeindehaus strahlt viel Selbstbewusstsein und Zuversicht aus.» Bei der Bauweise wurde Wert auf Nachhaltigkeit gelegt: Es gibt eine Erdsondenheizung und eine Photovoltaikanlage auf dem Dach.

Das Herzstück der Gemeinde

Auch Landammann Alex Hürzeler mit Gattin und Weibel gaben sich die Ehre. In seiner Rede zur Festgemeinde betonte er, wie wichtig ein Gemeindehaus für ein Dorf sei, es sei das politische Zentrum, das eigentliche Herzstück einer Gemeinde. Hürzeler ermutigte die Einwohner, politisch aktiv zu sein. Wenn man bereit sei, könne man so viel selber bewirken. Nicht zu unterschätzen sei die symbolische Bedeutung: «Das Gemeindehaus gibt der Gemeinde ein Gesicht», so Hürzeler.

Von grosser Symbolkraft waren auch die verschiedenen Geschenke, die vom Landammann und den Vertretern der umliegenden Gemeinden überreicht wurden. Hans Peter Flückiger erhielt vom Regierungsrat eine Tischglocke, mit der er wichtige Entscheide einläuten könne. Walter Koch, Gemeindeammann von Niederwil, überbrachte im Namen aller Nachbargemeinden eine Winterlinde. Etwas später könnte sich dann so manch erhitztes Gemüt nach einer Gemeinderatsdebatte in deren Schatten abkühlen und falls ein Beschluss mal besonders schwer verdaulich sei, könne man aus den Blüten einen Tee gegen Bauchschmerzen aufgiessen.

Nach einer ökumenischen Segnungszeremonie wurden die Tore des neuen Gebäudes für eine Besichtigung geöffnet. Dem Gemeinderat dürfte es in nächster Zeit wohl nicht allzu schwerfallen, aus dem lichtdurchfluteten Gemeinderatszimmer, mit atemberaubendem Weitblick ins Reusstal, weise und umsichtige Entscheide zu treffen.

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