Jonen
Ein Herbst ohne Lichter war keine Option: Kleiner Laternliumzug am Tag statt Räbeliechtli in der Nacht

Wegen Corona finden keine Räbeliechtliumzüge statt. Die Joner Kindergärten liessen sich stattdessen etwas anderes einfallen.

Melanie Burgener
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«Lücht mis Flämmli hell, dases nüme dunkel isch. Lücht mis Cherzli chli, dasi gseh wo du bisch.» Dunkel war es zwar nicht, als die Kindergärtler am Donnerstag Morgen in Jonen um das Schulgelände zogen. Doch geleuchtet haben ihre selbst gebastelten und farbig verzierten Laternli trotzdem. Und spätestens,als sich die bunte Truppe in den abgedunkelten Mehrzweckraum begeben hat, um zu singen und zu tanzen, strahlten nebst den fröhlichen Gesichtern auch die kleinen Kunstwerke in ihrer ganzen Pracht.

Einen Plan B haben sie sich schon lange überlegt

Dass die beiden Kindergartenabteilungen von Esther Huber und Beatrice Grädel in Jonen ihren Laternenumzug bei Tageslicht machen mussten, liegt – wie so vieles momentan – an Corona. Denn der geplante, jährliche Räbeliechtliumzug konnte unter den momentan geltenden Schutzmassnahmen nicht stattfinden.

Einen Plan B haben sich Huber und Grädel zum Glück schon früh überlegt. «Die Idee mit den Räbeliechtli haben wir relativ schnell begraben», so Huber. Gemeinsam mit den Kindern haben sie deshalb in diesem Jahr Laternen gebastelt. Denn ohne Hilfe der Eltern oder der älteren Schülerinnen und Schüler sei es für die Kinder in diesem Alter nicht möglich, eine Räbe zu schnitzen.

Auch ein Umzug am Abend nur mit Kindern wäre nicht möglich gewesen. «Niemand lässt sein Kind abends im Dunkeln alleine zur Schule. So hätten wir trotzdem 100 Eltern auf dem Platz gehabt», erklärt Huber. Doch ein Herbst ohne Lichter, das war keine Option. «Für uns war es wichtig, dass die Kinder trotzdem das Gefühl eines Laternenumzuges erleben.»

Auch die Kinder freuten sich über die Idee – wie die leuchtenden Augen bestätigten.

Auch die Kinder freuten sich über die Idee – wie die leuchtenden Augen bestätigten.

Alex Spichale

Gesungen und getanzt wurde im dunklen Raum

Huber und Grädel organisierten also eine abgespeckte Version eines Umzuges. Und so machten sich die 46 Kindergärtler am Donnerstagmorgen, kurz vor halb neun, bereit. Ausgerüstet mit warmen Mützen und Jacken warteten sie geduldig mit ihren Laternen, bis die Kindergärtnerinnen das Startsignal gaben. Dann gings los: In einer langen Zweierreihe zogen sie durchs Laub hinter dem Schulhaus, über die Strasse, auf dem Trottoir zurück zum Pausenplatz und in den Mehrzweckraum. Dort haben die Kindergärtnerinnen den Raum bereits abgedunkelt und mit Lichterketten geschmückt.

Zum Abschluss sangen sie gemeinsam und tanzten mit den Lichtern im Kreis. Huber freute sich, dass der Umzug in dieser schwierigen Zeit trotzdem stattfinden konnte. Die leuchtenden Augen bestätigten, dass auch die Kinder sich über diese Idee freuten. «Am besten hat mir das Singen gefallen», sagt die sechsjährige Aline und strahlte.