Waltenschwil/Wohlen
Ein letztes Konzert im Namen von Menschlichkeit und Liebe

Das Gospelprojekt «Go to Spell» um den prominenten Gründer und Solisten Michael Williams verband an seinem letzten Auftritt besinnliche Momente und mitreissende Rhythmen.

Susanna Vanek
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Michael Williams zeigte bei seinen Solopassagen sein grosses Talent. Susanna Vanek

Michael Williams zeigte bei seinen Solopassagen sein grosses Talent. Susanna Vanek

In sich gekehrt steht Michael Williams da, die Augen geschlossen, hält sein Mikrofon an den Mund. Leise beginnt er zu singen, ganz sanft. Schon bald steigert er aber seine virtuose Stimme zur vollen Stärke, er interagiert mit dem Publikum und tanzt, scheinbar ganz ausser sich. Williams singt seine Lieder nicht nur, er lebt sie ganz und gar.

Der begnadete Solosänger ist Teil des Chores «Go to Spell», den er 2007 initiiert hat und der seither im Zweijahres-Rhythmus in der Advents- und Neujahrszeit die Region mit schönen Konzerten erfreut. Einen grossen Anteil am Erfolg hat der Dirigent Thomas Friedrich, ein erfahrener Berufskirchenmusiker, der nicht nur das attraktive Programm zusammengestellt und mit dem Chor einstudiert hat, sondern auch während des Konzertes stets die Fäden sicher im Griff behält, auch wenn Williams, zur grossen Freude des Publikums, auf Deutsch zu improvisieren beginnt.

Bekannt durch TV-Show

Im Jahr 2013 nahm Michael Williams an der Castingsendung «Voice of Switzerland» teil und erreichte so eine grössere Bekanntheit. Das hatte auch Auswirkungen auf sein Gospelprojekt. Neun Konzerte, so viele wie noch nie, konnte «Go to Spell» in dieser Advents- und Neujahrszeit realisieren, nicht nur im Freiamt, sondern auch in Möhlin. Am Samstagabend fanden in Waltenschwil und am Sonntag in Wohlen die letzten beiden Konzerte statt.

In Waltenschwil war die Kirche bis auf den letzten Platz besetzt. Friedrich hatte das Programm bewusst so gestaltet, dass nach dem mitreissenden Eröffnungssong «Alleluia» – arrangiert von Friedrich - zuerst sieben Lieder folgten, in denen der Dank an Gott das Thema war und anschliessend sieben weihnachtliche Songs. Begleitet wurde das Gospelprojekt beim Eröffnungssong vom jungen Pianisten Rafael Stutz, anschliessend vom Pianisten Martin Eigenmann sowie am Cajon von Werner Merki.

Weibliche Unterstützung

Vor allem der erste Teil wurde stark durch Williams Powerstimme geprägt, in mehreren Liedern wurde er von der Solistin Beatrice Bott unterstützt und auch Nicole Stäubli sowie Clivia Rihmann hatten Solopassagen.

Bei einem Konzert, bei dem jeder Song ein eigenes Feuerwerk entzündet, ist es gewiss schwer, von Höhepunkten zu sprechen. Ein erster solcher war wohl «You raise me up», das von Friedrichs für Chor arrangiert wurde. Ein weiterer Höhepunkt war das sehr besinnliche «Mary did you know», das erste weihnachtliche Lied, in dem Maria gefragt wird, ob sie gewusst habe, was alles ihr kleines Baby einmal bewirken wird. Neben Bott, Williams, Stäubli und Rihmann sang hier auch Friedrich mit.

Beim dritten weihnachtlichen Song «The first Noël» sang das Publikum den Refrain «Noël, noël, born is the king of Israel» mit. Mit «Joy» wurde der besinnlichere zweite Teil wieder kräftiger, beim zweitletzten Lied, «Go tell it to the mountain» stand das Publikum auf und klatschte mit, genauso beim Abschlusssong «Jesus, oh, what a wonderful Child». Mit der Zugabe «I'm going with Jesus» gestaltete der Chor eine mitreissende Zugabe, mit «We shall overcome» eine besinnliche.

Nach fünf Programmen ist Schluss

Zum Abschied plädierte Williams auf eine berührende Art und Weise für mehr Menschlichkeit und Liebe, er dankte Gott und erbat für die Anwesenden seinen Segen. Wie gewohnt spendet «Go to Spell» die Kollekte für einen guten Zweck, diesmal für das Männerhaus Brugg. Mit den beiden sehr gelungenen Konzerten in Waltenschwil und Wohlen verabschiedete sich «Go to Spell» von seinem Publikum.

Die Verantwortlichen haben beschlossen, das Gospelprojekt nach fünf erfolgreichen Programmen aufzulösen, wie Petra Govindasamy der Berichterstatterin im Vorfeld des Waltenschwiler Konzertes verriet. Das ist sehr schade, so das Fazit nach dem beeindruckenden Konzert.

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