Sie haben Angst, dass bei Ihnen eingebrochen wird? Dann sollten Sie nach Auw ziehen. Zumindest, wenn man nach der neuesten Statistik der Mobiliar geht. Der Versicherer hat anhand seiner Kundendaten ausgerechnet, welche Gemeinden besonders beliebt bei Einbrechern sind und welche von ihnen links liegen gelassen werden. Da in der Schweiz jeder Dritte seinen Hausrat bei der Mobiliar versichert hat, ist die Datenmenge relativ hoch.

In diesem Vergleich schnitt Auw als eine Gemeinde ab, in der besonders selten eingebrochen wird (siehe Tabelle). Hochgerechnet waren in Auw zwischen 2013 und 2017 lediglich 13 von 1000 Kunden der Mobiliar von einem Einbruch betroffen.

Am anderen Ende der Auswertung ist Wohlen zu finden. In der grössten Freiämter Gemeinde wurde bei 91 von 1000 Kunden eingebrochen. Eine mögliche Erklärung ist die im Vergleich zu anderen Gemeinde hohe Bevölkerungsdichte. Gemäss dem Versicherer ein Kriterium, das darauf deutet, dass eine Gemeinde besonders attraktiv für Einbrecher ist. Weiter seien Ortschaften mit vielen Einpersonenhaushalten sowie die Nähe zu Autobahn und Grenze anfällig für Einbrüche. Die Mobiliar betont aber: «Die Angaben sind einer gewissen Zufälligkeit unterworfen.»

Dass dem tatsächlich so sein könnte, darauf weist das Abschneiden von Tägerig hin. Gemäss dem Versicherer ist die Gemeinde im Reusstal der zweitbeliebteste Ort für Einbrecher im Freiamt. Ein Ergebnis, das auch beim Sprecher der Kantonspolizei Aargau Fragen aufwirft. «Diese Region ist nicht besonders typisch für Einbrüche», sagt Bernhard Graser. Er wagt einen Erklärungsversuch: In einer kleinen Gemeinde würde vermutlich schon eine Mini-Einbruchserie reichen, um im Ranking weit vorne platziert zu werden. Zudem betont er die sinkende Fallzahl im Aargau: 2018 verzeichnete der Kanton 20 Prozent weniger Einbrüche als im Vorjahr. Und auch im schweizweiten Vergleich schneidet er gut ab.

Doch unabhängig davon, wie repräsentativ das Ergebnis ist und in welcher Gemeinde man wohnt: Jeder kann sich vor Einbrüchen schützen. Etwa, indem er nie die Wohnung verlässt, ohne zuvor alle Türen und Fenster zu verschliessen. Egal, wie kurz man weg ist.