Boswil

Einsatz für einen gesunden Wald: 20 Freiwillige beseitigen Sturmschäden

Der Einzelschutz für junge Bäume wird durch Holzstangen, die in den Boden gehauen wurden, gewährleistet.

Der Einzelschutz für junge Bäume wird durch Holzstangen, die in den Boden gehauen wurden, gewährleistet.

20 Freiwillige fanden sich am Waldarbeitstag in Boswil zusammen, um Sturmschäden zu beseitigen und Löcher für neue Bäume auszuheben.

Am Forstmagazin trudelten nach und nach die Helfer für den Waldarbeitstag ein. «Hoi zäme» rief ein neu Dazugekommener in die Runde, winkte und fügte hinzu: «Das muss heute reichen.» Reihum wurde geschmunzelt. In diesen Tagen ist das Corona-Virus das bestimmende Thema. Dennoch hatten sich im Bosmeler Ortsbürgerwald gut 20 Leute zusammengefunden, um etwas für die Natur zu tun. «Die Stürme haben einige Schäden verursacht», so Revierförster Oliver Eichenberger zur Situation vor Ort.

Umso erfreuter war er über die freiwillige Unterstützung: «Ich bin ganz überwältigt. Mit so viel Leuten hatte ich nicht ­gerechnet.» Zur offiziellen Begrüssung rief Gemeindeammann Michael Weber die Teilnehmer auf, einen grossen Halbkreis zu bilden, damit alle genug Abstand voneinander halten ­konnten.

Besonnenheit und keine Panik

«Die Gemeinde Boswil organisiert den Anlass. Natürlich haben wir uns im Gemeinderat wegen des Virus viele Gedanken gemacht», legte Weber dar. «Die Verschärfungen der Massnahmen wurden vom Bundesrat ja gestern mitgeteilt. Wir haben beschlossen, diesen Waldarbeitstag stattfinden zu lassen. Dabei sind wir draussen in der frischen Luft, nicht zusammen gedrängt in einem engen Raum.» Es sei eine schwierige Zeit, die besonnenes Verhalten erfordere. Eichenberger informierte: «Aufgrund der Entwicklungen haben wir den Waldarbeitstag in Bünzen aber abgesagt, wie es in Muri sein wird, das ist noch unsicher.»

Für kleine Tiere und Insekten wurden Haufen aus Ästen und Gestrüpp gemacht.

Für kleine Tiere und Insekten wurden Haufen aus Ästen und Gestrüpp gemacht.

Auch die Teilnehmer zeigten sich besonnen. «Die Gefahr, sich anzustecken, ist momentan in einem vollen Supermarkt sicher höher als hier in der Natur», stellte Seppi Schönenberg fest. «Ja, das Corona-Virus ist gerade immer ein Thema», stimmte seine Frau Gemeinderätin Gabi Schönenberg zu, «aber es ist vermutlich nicht sinnvoll, sich zu verstecken. Und frische Luft ist nicht verkehrt.» Sie sei jetzt zum zweiten Mal am Waldarbeitstag dabei, beim letzten Mal habe sie in der Pflanzgruppe geholfen: «Dabei mussten wir auf einiges achten, etwa wie der Boden beschaffen ist. Es ist eine anstrengende, aber auch eine sehr schöne Arbeit.»

Das Engagement der Helfer war sehr willkommen. «Der letzte Sommer war sehr trocken, die Borkenkäfer konnten sich leider ausbreiten und haben viel zerstört», berichtete Eichenberger. «Dazu verursachten die ungewöhnlich zahlreichen Stürme in den letzten Monaten viele Schäden. Wir hatten ziemlich viel zu tun.» Inzwischen machten sich die Teilnehmer in kleineren Gruppen auf den Weg in unterschiedliche Waldgebiete.

Unter Anleitung der Forstmitarbeiter wurde dann Holz geschlagen und geräumt sowie neue Anpflanzungen vorgenommen. Alois Mäder, der gerade einen sperrigen Ast über den Boden zog, sagte: «Die Äste und das Gestrüpp kommen auf einen Haufen, das ist für Insekten und kleine Tiere gedacht. Das Wetter ist gut für so einen Arbeitstag. Mir macht es wirklich Spass, hier mitzuhelfen.» Dank seiner und der Unterstützung weiterer Helfer nahm der Haufen schnell stattliche Ausmasse an.

Die Helfer waren am Waldarbeitstag engagiert bei der Sache.

Die Helfer waren am Waldarbeitstag engagiert bei der Sache.

Löcher graben für neue Bäume

Etwas entfernt kümmerte sich eine weitere Gruppe um die Pflanzarbeiten. Während einige für junge Baumtriebe Löcher aushoben, sorgten andere für deren Sicherung mittels hoher Manschetten. «Dieser Einzelschutz hält das Wild davon ab, die Triebe zu fressen», erklärte Werner Stöckli. Mit Hilfe von Werner Joho schlug er lange Holzstangen zur Befestigung des Schutzes in den Boden. Im letzten Jahr seien einige junge Bäume ohne Schutz gepflanzt worden, davon sei der Grossteil Opfer des sogenannten Verbisses geworden.

Gemeindeammann Michael Weber betonte die Wichtigkeit dieser Anlässe: «Die Arbeiten, die wir hier ausführen, sind für spätere Generationen gedacht, die davon in etwa 60 oder 70 Jahren etwa haben. Genauso haben es die Generationen vor uns gemacht.»

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