Ob diese Einwohnerratssitzung die kürzeste war, die es je gab, ist nicht belegt. Aber mit nur 49 Minuten ist sie sicher Anwärterin auf diesen Titel. Fünf Traktanden waren auf der Liste, von denen zwei in früheren Jahren für hochtrabende Debatten und nationale Schlagzeilen gesorgt hätten. Sowohl Jean-Pierre Gallati (SVP, heute nicht mehr Einwohnerrat, sondern Grossrat) als auch Harry Lütolf (CVP) hatten Fragen zum Fall Dubler, dem ehemaligen Gemeindeammann. In aller Kürze: «Wir sind mit der Antwort des Gemeinderats zufrieden. Man sollte Gras über die Sache wachsen lassen und nach vorne schauen», sagte Peter Christen (SVP) in Vertretung seines Parteikollegen Gallati. Er verlangte keine Diskussion. Harry Lütolf hätte gerne eine Diskussion zur Sache gehabt, scheiterte aber an der Abstimmung mit 7 Ja- zu 30 Neinstimmen bei 2 Enthaltungen.

Vier Brennpunkte an der Schule

Freuen konnte sich an dem Abend wenigstens einer: Schulpflegepräsident Franco Corsiglia. Im Grunde wurde lediglich der Schulbericht 2017/18 zur Kenntnis genommen. Allerdings war der Bericht für die meisten Einwohnerratsfraktionen nicht genug.

Sie schlossen sich Alex Stirnemann, Sprecher für Finanz- und Geschäftsprüfungskommission (FGPK) an, der sagte: «Bisher gab es immer einen separaten Zusatzbericht für den Einwohnerrat, auf dem die Brennpunkte des Schuljahres für uns zusammengefasst wurden. Warum ist der dieses Mal ausgeblieben? Wir bitten die Schulpflege, uns dieses politische Futter künftig wieder zu geben. Es ist eine Möglichkeit, wie die Schule ihre Anliegen direkt bei der Legislative einbringen kann.» Franco Corsiglia freute sich sichtlich darüber, dass die Einwohnerräte sich so für die Schule interessieren. Er begründete das Ausbleiben des Zusatzberichtes damit, dass die vier Brennpunkte dieses Jahr alle bereits im Einwohnerrat diskutiert worden sind oder noch werden. Dies sind der immer noch prekäre Schulraum, die alten und zu kleinen Kindergärten, die ICT, zu der es im Februar einen Infoabend gab, sowie die Schuladministration, die dringend aufgestockt werden sollte. Fürs nächste Jahr versprach er wieder einen Zusatzbericht für die Einwohnerräte.

Einstimmig für die Teilrevision

Auch den Verpflichtungskredit über 185'000 Franken für die Teilrevision Nutzungsplanung und die Anpassung Reklamereglement 2010 mit Richtlinien wurde von sämtlichen Fraktionen diskussionslos angenommen. Harry Lütolf (CVP) fragte sich nur, ob nicht mehr davon direkt in der Bauverwaltung bearbeitet werden könnte, statt es externen Fachleute zu übertragen, und ob man nicht gleich noch mehr ändern wolle, wie beispielsweise Gestaltungspläne über bestimmte Zonen zu verhängen. Und Peter Christen (SVP) machte auf das Kostendach aufmerksam, das dringend eingehalten werden müsse.

Zudem gratulierte die SVP dem Gemeindeammann Arsène Perroud zur Nomination in den Nationalrat, fragte sich aber gleichzeitig laut, ob das nicht Nachteile für die Wohler Bevölkerung haben würde, falls er Ammann und Nationalrat werden sollte. 19.49 Uhr: Die Einwohnerratssitzung ist geschlossen.