Wohlen

Einwohnerrat gibt grünes Licht für Badi und Eisbahn

Badi Wohlen nach der Sanierung: Unter den legendären Betonpilzen soll eine neue Liegefläche entstehen.

Badi Wohlen nach der Sanierung: Unter den legendären Betonpilzen soll eine neue Liegefläche entstehen.

Der Einwohnerrat hiess den Projektierungskredit von 2 Mio. Franken an der Sitzung vom Montag mit grosser Mehrheit gut.

Dieser Schuss ging hinten hinaus: Die SVP stellte eingangs der Debatte zu Badisanierung und Eisbahnneubau überraschend einen Rückweisungsantrag. Das Begehren fand nicht einmal in der eigenen Fraktion einhellige Zustimmung. Es wurde nach einer emotionalen Diskussionsrunde mit 26:8 Stimmen bei einer Enthaltung deutlich abgelehnt.

Noch deutlicher wurde am Schluss der Beratung der Projektierungskredit von 2 Mio. Franken für das auf 19,1 Mio. Franken geschätzte Vorhaben gutgeheissen. Von den 36 anwesenden Einwohnerrätinnen und Einwohnerräten stimmten 30 für den Kredit und lediglich 6 dagegen. Somit hatte sich am Ende auch über die Hälfte der SVP-Fraktion für die konkrete Planung eines Projektes ausgesprochen, von dem in Wohlen seit Jahrzehnten bloss geredet worden ist.

«Zu viele offene Fragen»

Den Rückweisungsantrag hatte Fraktionspräsident Edi Brunner mit zu vielen offenen Fragen begründet. «Wir sind nicht gegen die Badisanierung und auch nicht gegen eine neue Eisbahn. Aber wir wollen, dass die Nachbargemeinden einbezogen werden, bevor wir 2 Mio. Franken für die Planung ausgeben. Wir wollen ein verbindliches Kostendach, wir wollen allfällige Auswirkungen auf den Steuerfuss kennen und wir wollen die künftige Trägerschaft der Eisbahn verbindlicher geregelt haben.»

Bei den anderen Fraktionen stiess der «Überraschungsangriff» der SVP – es hatte bis vor der Sitzung niemand davon gewusst – auf keine Gegenliebe: Julia Frischknecht, GLP/EVP, Franz Wille, CVP und Cyrille Meyer, SP, signalisierten ebenso einstimmige Ablehnung wie Thomas Geissmann von der FDP. Der gab in seinem Votum zünftig Gas: «Das Manöver der SVP ist eine Nebelpetarde. Wir werden völlig aus dem Nichts zugetextet und haben keine Möglichkeit, uns seriös mit den gestellten Anliegen zu befassen. Logisch muss man die Fragen der SVP klären. Aber das kostet Geld und genau dafür ist der Projektierungskredit da.

Antworten auf solche Fragen lassen sich nun einmal nicht einfach aus dem Hut zaubern.» Und Thomas Burkard sagte: «Das ist nicht bloss Vernebelungstaktik, das ist Verhinderungstaktik. Einen Rückweisungsantrag zu stellen, ohne das vorher den anderen Parteien bekannt zu geben – das ist einfach unverantwortlich.» Die Bevölkerung, gab sich Burkard überzeugt, «würde es nicht verstehen, wenn wir nicht vorwärtsmachen würden.»

«Grundsatzentscheid nicht Details»

Und der Rat machte vorwärts. «Wir brauchen jetzt einen Grundsatzentscheid und sollten uns in der Beratung zum Projektierungskredit nicht in Details verlieren», mahnte Meinrad Meyer, CVP und traf damit bei (fast) allen anderen Fraktionen ins Schwarze. Thema der Meinungsäusserungen war in der Folge der Projektierungskredit und nicht jene Fragen, die im Rahmen der weiteren Planung sicher noch beantwortet werden müssen.

«Jetz esch d’Badi dra!», erinnerte Thomas Geissmann, FDP an die Initiative, die von seiner Partei 2008 erfolgreich lanciert worden ist. «Seither», fuhr Geissmann weiter, «sind sieben Jahre vergangen und das Projekt wird langsam konkret.» Es sei ein gutes Projekt, hielt Geissmann fest, zweckmässig und ohne unnötigen Luxus.

Auch die FDP habe noch Fragen, aber die liessen sich im Laufe der weiteren Planung beantworten. «Es braucht Mut, den Projektierungskredit zu sprechen. Wir haben noch nicht viel in der Hand. Aber wir wollen diesen Mut zeigen», sagte Julia Frischknecht, GLP/EVP. Auch Cyrille Meyer von der SP signalisierte die einhellige Zustimmung der Fraktion und Thomas Burkard von den Grünen sagte: «Diese Vorlage überzeugt in allen Teilen.»

Erwin Koch, CVP forderte, es sei für die Eisbahn erst ein Beitragsplan der umliegenden Gemeinden vorzulegen, bevor man dem Projektierungskredit zustimme. Gemeindeammann Walter Dubler versicherte: «Der Einbezug der Nachbargemeinden ist für uns wesentlich. Aber wir müssen erst etwas vorweisen können und konkret an die Planung gehen.»

Schliesslich signalisierte auch Edi Brunner die mehrheitliche Zustimmung der SVP, warnte aber eindringlich davor, im Hinblick auf die Volksabstimmung für den Baukredit das Fuder nicht zu überladen.

Meistgesehen

Artboard 1