Wohlen
Einwohnerrat von Wohlen sagt ja zu Badi und Eishalle

Mit jeweils nur zwei Gegenstimmen wurden beide Projekte bewilligt: Geht es nach dem Einwohnerrat, bekommt Wohlen 2018 den «Sportpark Bünzmatt» mit sanierter Badi, neuer Eishalle und Park samt Restaurant. Jetzt kommen die Vorlage vors Volk.

Andrea Weibel
Drucken
Mit jeweils nur zwei Gegenstimmen wurden die Sanierung der Badi und der Neubau der Eishalle bewilligt.

Mit jeweils nur zwei Gegenstimmen wurden die Sanierung der Badi und der Neubau der Eishalle bewilligt.

Dominic Kobelt

Der Einwohnerrat ist überzeugt: Wohlen braucht den Sportpark Bünzmatt mit sanierter Badi, neugebauter Eishalle, öffentlichem Park und Restaurant, um seine Funktion als Zentrumsgemeinde wahrnehmen zu können. So sagten gestern 36 Einwohnerräte ja zur Sanierung der Badi, 37 ja zum Neubau der Eishalle. Beide Male waren nur zwei Einwohnerräte dagegen. Ein starkes Zeichen für die Gemeinde Wohlen, ein starkes Zeichen an die Bevölkerung, da sind sich alle einig. Ein ebenso starkes Zeichen hatten zuvor bereits Finanzkommission und Geschäftsprüfungskommission gegeben, denn auch sie haben einstimmig ja zu beiden Projekten gesagt. Doch die beiden grossmehrheitlichen Zustimmungen bedeuten noch nicht, dass das Projekt Sportpark Bünzmatt nun realisiert werden kann. Erst müssen die Einwohner Wohlens noch ihre Zustimmung geben (siehe Kasten rechts).

Fraktionen einig wie selten

Zumindest die Fraktionen waren sich im Einwohnerrat einig wie sonst selten. Immerhin geht es hier um Ausgaben von 23,4 Millionen Franken, von denen die Gemeinde 13,4 Millionen selber übernehmen muss. «Nach Jahren der Planung können wir dieses Projekt nun einstimmig unterstützen», hielt Thomas Geissmann die Meinung der Fraktion FDP und Dorfteil Anglikon fest. «Der Vorschlag des Gemeinderates deckt alle Bedürfnisse ab, verzichtet aber auf zu grosse Kosten.» Die neue Betriebsleitung hob er speziell hervor: «Wir versprechen uns davon einen professionellen Betrieb und eine effiziente Organisation.»

Franz Wille und die Fraktion CVP sehen das ebenso: «Das Konzept ist überzeugend. Die Betriebsgesellschaft ist eine clevere Idee. Und die Anlage und deren Öffnung für die Bevölkerung bringen einen bedeutenden Mehrwert für Wohlen, der grösser ist als deren Nettokosten.» Er lobte die Leistungen als «vorbildlich». Stolz hielt er sein Badiabo in die Höhe und nannte die Badi Wohlen «eines der schönsten Schwimmbäder der Schweiz, das nicht an einem See liegt».

Auch die Grünen überzeugt das Projekt. Thomas Burkard hielt fest: «Es handelt sich hier nicht um ein Wunschkonzert, sondern um genau das, was es braucht, damit Wohlen als Zentrumsgemeinde gut in die Zukunft unterwegs sein kann.» Das Projekt sei jetzt baureif. «Wir müssen die Sache jetzt anpacken – es wurde genug geschwätzt.» Natürlich begrüssen die Grünen auch, dass der Sportpark als öffentlich zugängliche Parkanlage konzipiert wird.

Und auch die SP freute sich sehr, dass das «langjährige, mühsame Projekt nun auf dem Tisch liegt und überhaupt nicht mehr mühsam, sondern erfreulich» ist, sagte SP-Sprecherin Corinne Manimanakis. «Für die Zukunft von Wohlen ist das extrem wichtig. Denn Badi und Eishalle fördern auch den Jugendsport und sind Orte, wo sich Jugendliche treffen können, statt irgendwo herumzulungern.»

Auch die Fraktion GLP/EVP stimmte einstimmig für beide Projekte: «Der dringende Handlungsbedarf ist gegeben, wir stimmen zu», sagte Edwin Hübscher. Nur den Lärmschutz bemängelte er im Projekt Eishalle. Hier konnte ihn Planer Beat Isler jedoch beruhigen: Mit einer Sonderbewilligung können wir es möglich machen, dass die Anlage so bewilligt und das Gesetz dennoch eingehalten werden kann.»

Einzig SVP-Sprecher Christian Lanz konnte nicht seine ganze Fraktion einschliessen, denn Annalise Steiner, die sich durch ein Gedicht ausdrückte, und Marco Palmieri stimmten gegen beide Projekte. Dennoch lobte Lanz im Namen seiner Fraktion: «Die Verantwortlichen haben alles gegeben. Diese Projekte können Wohlen einen Schritt nach vorne bringen.»

Aktuelle Nachrichten