Niederwil

Entgegen den Erwartungen: «Geere» hat schon neue Interessenten

Das «Geere»-Feld ist noch immer unbebaut.

Das «Geere»-Feld ist noch immer unbebaut.

Nachdem eine Grossüberbauung verhindert wurde, glaubte der Gemeinderat, nun lange auf neue Lösungen im Gebiet «Geere» warten zu müssen. Doch Interesse ist bereits da.

Vor bald einem Jahr schickten die Niederwiler Stimmbürgerinnen und Stimmbürger die Umzonung der «Geere» bachab und machten damit das Vorhaben der Küntener Firma Taracell zunichte. Diese wollte auf dem Stück Land zwischen dem Niederwiler Kreisel und der Dorfeinfahrt von Nesselnbach ein neues Büro- und Produktionsgebäude realisieren. Noch im Juni des vergangenen Jahres standen die Zeichen auf Grün: Die Gemeindeversammlung hiess die nötige Umzonung in die Arbeitszone 2 mit knapper Mehrheit gut.

175 Meter langes Gebäude sei Eingriff ins Ortsbild

In der Folge bildete sich ein zehnköpfiges Referendumskomitee, das sich mit Flyern, Leserbriefen und Plakaten an den Dorfeingängen gegen den Bau auf dem 1,85 Hektaren grossen Gelände starkmachte. Das geplante 175 Meter lange und 50 Meter breite Gebäude sei ein drastischer Eingriff ins Ortsbild und die Reusslandschaft, führten sie ins Feld.

Zudem befürchteten sie, dass der neue Hauptsitz der Küntener Firma zusätzlichen Mehrverkehr ins Dorf bringen würde. Das Referendumskomitee befürchtete ausserdem, dass die Umzonung in die Arbeitszone 2 einen 24-Stunden-Betrieb zur Folge hätte, und das sieben Tage pro Woche. Man wünsche vielmehr, dass mehrere kleinere Betriebe angesiedelt werden, wie dies der Gemeinderat ursprünglich auch angedacht habe, so das Referendumskomitee.

Kleine und mittlere Betriebe statt Grossfirma

Der Gemeinderat hielt diesen Argumenten entgegen, dass die Firma und ihr Bauvorhaben eine Bereicherung für die Gemeindekasse sei und erst noch Arbeitsplätze ins Dorf brächte. Doch diese Argumente verfingen bei der Einwohnerschaft nicht mehr. 401 Stimmberechtigte waren für eine Umzonung, 512 sprachen sich dagegen aus. Der Gemeinderat wurde zurück auf Feld eins geschickt.

Man werde nun wieder den Plan von 2010 hervornehmen und auf den zwölf Parzellen kleinere und mittlere Betriebe im Gebiet ansiedeln, so Gemeindeammann Walter Koch nach der verlorenen Abstimmung. Zugleich vermutete er aber, dass man damit unter Umständen einen jahrelangen Prozess angestossen habe. Denn so einfach sei es nun wirklich nicht, einzelne Parzellen an die Gewerbetreibenden zu bringen.

Schon erste Interessenten für die Parzellen

Mit dieser Aussage könnte er falsch gelegen haben. Vergangene Woche schaltete die Gemeinde die Verkaufsunterlagen für die Parzellen in der «Geere» auf ihrer Website auf. Und siehe da: Ein Interesse ist bereits vorhanden. Dies bestätigte die stellvertretende Gemeindeschreiberin Jana Besserer, «wir hatten bereits telefonische Anfragen und konnten an einige Interessenten Unterlagen verschicken.»

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