Ringerstaffel Freiamt

Erneute Niederlage gegen Willisau: Bei den Ringern gab’s Ärger statt Selbstvertrauen

Joel Meier (oben) stand beim Comeback einer Überraschung nahe.

Joel Meier (oben) stand beim Comeback einer Überraschung nahe.

Mit 14:19 unterlagen die Freiämter Ringer in Auw einmal mehr gegen den Meister aus Willisau. Die Leistungsträger konnten beim Aufeinandertreffen mit dem Favoriten kaum überzeugen.

«Das war anders gedacht», gestand Trainer Marcel Leutert nach der neuerlichen 14:19-Niederlage gegen die Willisau Lions. Die Ringerstaffel Freiamt wollte den Dämpfer vor Wochenfrist korrigieren und mit einer verbesserten Leistung beweisen, dass der aktuelle Meister nicht stärker einzustufen ist.

Der Versuch, neues Selbstvertrauen zu gewinnen, misslang, weil allen voran Leistungsträgern wie Magomed Aischkanow, Pascal Strebel und Randy Vock keine Steigerung gelang. Aber auch der bisher beeindruckende Teamneuling Christian Zemp verlor.

Joel Meier stand einer riesigen Überraschung nahe

Nach einer Fussgelenkoperation im Sommer gab der Niederwiler Joel Meier sein NLA-Comeback. Bis 80 kg Greco erwartete ihn die undankbare Aufgabe, gegen Willisaus Seriensieger Michael Portmann anzutreten. Nach drei Minuten Kampfzeit bestätigte der Rückstand von 0:9, dass für den Freiämter trotz körperlichem Vorteil nichts zu holen sein dürfte. Doch dann kaufte der Freiämter dem Willisauer Favoriten den Schneid ab. Zweimal konterte Meier einen Angriff.

Beim zweiten Mal hätte der Kampfrichter gut einen Schultersieg des Aussenseiters abklopfen können. «Ein klarer Fehler des schwachen Kampfrichters. Portmann lag mehrere Sekunden platt auf dem Rücken», befand Trainer Leutert. Statt der gewerteten 3:10-Punkteniederlage hätte Meiers Exploit den Freiämter Mannschaftssieg bedeutet. Entsprechend angefressen reagierte Marcel Leutert auf die diskutable Schiedsrichterleistung.

Allerdings demonstrierte Meister Willisau im Laufe des Abends vor 450 Zuschauern in Auw wieder viel Substanz. Jonas Bossert zerzauste Freiamts Olympioniken Pascal Strebel 12:2. «Da war Pasci zu Beginn wieder nicht bereit», tadelte Leutert seine Teamstütze. Magomed Aischkanow agierte zu wenig mannschaftsdienlich und suchte nach einem 2:4-Rückstand gegen Willisaus Topfreistilringer Stefan Reichmuth zu sehr die Offensive. So unterlag er 2:14. Randy Vock lieferte dem körperlich stärkeren Tobias Portmann wieder hochstehenden Widerstand, blieb aber erneut ohne Punktgewinn.

Trotz technischer Vorteile gewann Willisaus Freistilspezialist Samuel Scherrer bis 97 kg Greco gegen Christian Zemp. Der Freiämter Teamneuling hielt das Duell bis eine Minute vor Schluss offen, musste aber zuletzt die athletische Stärke des Vizeeuropameisters anerkennen. Die erwarteten Vorteile spielte Freiamt in den untersten Gewichtsklassen aus. Flurin Meier und Nils Leutert gewannen souverän, hingegen benötigte Nino Leutert im ersten Greco-Kampf der Saison Glück, dass er sich gegen den Rasul Israpilow bei 3:3 knapp durchsetzte.

«Willisau hat stark aufgestellt, während wir testeten»

«Eigentlich will ich ja nicht über den Kampfrichter reden, aber er hat uns mehrmals benachteiligt. Es war eine Katastrophe», schimpfte Marcel Leutert. Dann versuchte er, sich selber zu beschwichtigen: «Willisau hat wieder stark aufgestellt, während wir in verschiedenen Klassen testeten. Deshalb bin ich mit der Mannschaftsleistung trotzdem zufrieden.»

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