Im August und September 2016 bleibt die Metzler-Orgel stumm. Das 1988 angeschaffte Kircheninstrument in der Stadtkirche Bremgarten muss komplett revidiert werden. «Nach nahezu 30 Betriebsjahren drängt sich diese Generalrevision auf», sagt Kirchenpfleger Adrian Belser. Danach werde das Klangbild der Orgel wieder in einem Topzustand sein.

Fachleute des Orgelbauers Metzler (Dietikon) werden die verschiedenen Bestandteile des Instruments sorgfältig reinigen, schadhafte Teile austauschen und nach dem Zusammenbau neu einstellen.

Auch das ganze Pfeifenwerk muss man fachgerecht putzen und instand stellen. Ersetzt werden die abgenutzten Manualklaviaturen, zudem wird der Spieltisch mit LED-Leuchtschienen ausgestattet.

Einige weitere der vorgesehenen Arbeitsgattungen: ausmerzen der Schimmelpilzstellen im Rückpositiv der Orgel, nachrüsten der mobilen Heizwand für den Winterbetrieb und restaurieren der Schleiergitter sowie der Figur des Erzengels Michael zuoberst auf der Orgel. Die Revision kostet rund 152 000 Franken. Sie wird ein Thema der Kirchgemeindeversammlung vom 17. November sein.

Orgel Bremgarten

Raub der Flammen geworden

Die Metzler-Orgel ist die Nachfolgerin der Kuhn-Orgel, die beim grossen Kirchenbrand von 1984 ein Raub der Flammen wurde. Unversehrt blieben damals lediglich die Metallpfeifen der 30-jährigen Kuhn-Orgel sowie die Michaelsfigur, die sich damals in Revision befanden.

Für die verbrannte Orgel überwies die Versicherung an die katholische Kirchgemeinde Bremgarten knapp 300 000 Franken, wodurch die Neubaukosten von rund 700 000 Franken erträglicher ausfielen.

Im April 1988 war das Nadelholzgehäuse der Metzler-Orgel auf der Empore der Kirche eingebaut worden. Nach den aufwendigen Marmorierungsarbeiten erfolgte der Einbau des Pfeifenwerks. Geweiht wurde die Orgel mit ihren 40 klingenden Registern, den zwei Effektivregistern, den fünf Koppeln und einem Tremulanten im August 1988.

Die allererste Orgel im Gotteshaus Bremgarten war anno 1458 ein Occasionsinstrument aus der Stadtkirche Baden. In den gut 500 Jahren bis zum Kauf der Metzler-Orgel 1988 kam es zu vier weiteren Anschaffungen von neuen Kircheninstrumenten: 1616, 1789, 1898 und 1953.

«Äusserst vielfältig»

Laut Stadtorganistin Andrea Kobi (Arni) geniesst die Bremgarter Metzler-Orgel «mit Recht einen vorzüglichen Ruf. Sie klingt sehr gut und ist äussert vielfältig.» Dank dieser Vielfalt könne man auf ihrem Arbeitsinstrument diverse Stile spielen, so zum Beispiel Bach-Musik, Musikliteratur aus der Romantik oder aus der Neuzeit.

Sie schätze die vielen Register, darunter das Streicherregister. Die geplante Orgelrevision begrüsst die Stadtorganistin sehr: «Normalerweise werden zwei- bis dreimal im Jahr die Zungenregister revidiert. Jetzt werden sämtliche Register überholt, was auch der Werterhaltung der Orgel dient.»

Die Bremgarter Stadtorganistin, die auch Kirchenmusikerin in Regensberg (ZH) ist, zeigt sich am Sonntag, 8. November, von einer andren musikalischen Seite. Die Organistin konzertiert um 17 Uhr in der Stadtkirche Bremgarten unter dem Motto «Orgel meets Pop» gemeinsam mit der Zweier-Band «From Kid» aus Chur, Andrin Berchtold und Gian Reto Camenisch.